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Mäkelei an Abgeltungssteuer Steuerzahler verunsichert

Finanzexperten und Anlegervertreter haben Überlegungen der SPD-Fraktion heftig kritisiert, die längst beschlossene Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge womöglich doch nicht einzuführen. "Immer wieder neue Äußerungen zur Steuerpolitik führen zu großer Unsicherheit. Und das veranlasst viele zur Flucht in Steuerparadiese wie die Schweiz und Liechtenstein", sagte der Steuerexperte des Münchner Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Rüdiger Parsche, der "Berliner Zeitung".

"Für die Steuerzahler ist Verlässlichkeit das Allerwichtigste. Sie haben sich auf die Abgeltungssteuer eingestellt." Wenn diese nun wieder verworfen werde, verlören noch mehr Menschen ihr Vertrauen in das deutsche Steuersystem. Statt die Abgeltungssteuer als Ganzes wieder auf den Prüfstand zu stellen, sollte die Regierung lieber den geplanten Steuersatz von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag überdenken und nach unten korrigieren, forderte er. "Nur so lässt sich Steuerflucht wirkungsvoll bekämpfen."

Unterstützung erhielt Parsche von der Aktionärsvereinigung DSW: "Die Abgeltungssteuer ist international üblich und sinnvoll", sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker. Der Steuersatz von 25 Prozent sei aber viel zu hoch. "Durch den Wegfall des Halbeinkünfteverfahren, bei dem bislang nur die Hälfte der Dividenden versteuert werden, verdoppelt sich faktisch die Steuerlast für Aktionäre und Besitzer von Fondsanteilen", so Hocker.

Auch der Bankenverband (BdB) plädierte für ein Festhalten an der geplanten Abgeltungssteuer: "Es wäre verfehlt zu unterstellen, die Abgeltungssteuer würde zu Ausweichtendenzen von Kapitalanlegern ins Ausland führen und sie so in einen Zusammenhang mit den aktuellen Steuerhinterziehungsverfahren bringen zu wollen", sagte BdB-Geschäftsführer Heinz-Udo Schaap. Beispiele aus dem Ausland - etwa Österreich - zeigten, dass es mit einer Abgeltungssteuer gelingen könne, Kapital aus dem Ausland zurückzuholen.

Quelle: n-tv.de