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14 Firmen im Visier US-Bundespolizei ermittelt

Die Hypothekenkrise in den USA beschäftigt jetzt auch die Bundespolizei FBI. Die Ermittler leiteten strafrechtliche Untersuchungen gegen 14 Unternehmen unter anderem wegen des Verdachts auf Bilanzbetrug und Insiderhandel ein. Das FBI nannte keine Namen der Betroffenen. Es sprach aber von landesweiten Ermittlungen gegen Immobilienfirmen, Hypothekenfinanzierer und Investmentbanken. Die Untersuchungen sind Teil eines großangelegten Vorgehens der Bundespolizei gegen Verstöße bei der Vergabe von Baufinanzierungen an Kunden schlechter Bonität (Subprime).

"Die Zahl der vergebenen Subprime-Kredite nimmt ab, aber der Verdacht auf Hypothekenbetrug nimmt immer mehr zu", sagte die Leiterin der FBI-Abteilung für Finanzkriminalität, Sharon Ormsby, am Dienstagabend. Insgesamt würden aktuell 1200 individuelle Fälle durchleuchtet, was einem Anstieg um 40 Prozent im Vergleich zu 2006 entspreche. Die Zahl dürfte dem FBI zufolge in den kommenden Monaten noch weiter zunehmen. Der Großteil drehe sich um mutmaßliche Betrügereien der Firmen bei der Vergabe und dem Weiterverkauf von Subprime-Krediten, sagte der Chef der Sektion für Wirtschaftskriminalität, Neil Power. Nur bei knapp einem Fünftel der Fälle gehe es um Falschangaben der Hypothekennehmer, die sich so eine Baufinanzierung erschleichen wollten.

Die Ermittler vom FBI arbeiten mit der US-Börsenaufsicht SEC zusammen, die wegen des Zusammenbruch des Subprime-Marktes bereits Dutzende zivilrechtliche Untersuchungen eingeleitet hat. Nach offiziellen Angaben überschneiden sich einige der Ermittlungen. Die SEC hat unter anderem die Schweizer Bank UBS sowie die US-Investmentbanken Morgan Stanley, Merrill Lynch und Bear Stearns im Visier. Diese Institute haben wegen der Subprime-Krise mit Mrd.abschreibungen zu kämpfen. Die Börsenaufsicht prüft, wie die Banken hypothekenbesicherte Anleihen in ihren Büchern bewerten und ob sie die Investoren nicht schon früher über die massiven Wertverluste hätten informieren müssen. Die SEC hat dazu extra eine Subprime-Sondereinheit ins Leben gerufen.

Die Krise am US-Hypothekenmarkt hat sich in den vergangenen Monaten auf die gesamten Kreditmärkte ausgeweitet. Forderungsbesicherte Papiere verlieren massiv an Wert, was die Banken weltweit bereits zu Abschreibungen von etwa 100 Mrd. US-Dollar zwang. US-Notenbankchef Ben Bernanke sieht das Ende der Fahnenstange damit noch lange nicht erreicht.

Quelle: ntv.de