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Erreger lauern in Krankenhäusern 33.000 Tote durch Antibiotika-Resistenzen

Die Zahl der Menschen, die in Europa aufgrund von Antibiotika-Resistenzen stirbt, nimmt zu: 33.000 Todesfälle verursachten resistente Bakterien allein im vergangenen Jahr. Doch es gibt beachtliche Unterschiede zwischen den Ländern.

Jährlich sterben etwa 33.000 Menschen europaweit infolge von Antibiotika-Resistenzen. Gegen die Bakterien, mit denen sie infiziert sind, gibt es kein wirksames Antibiotikum mehr. Die Zahl solcher Todesfälle steige seit 2007, zwischen einzelnen Ländern gebe es teils erhebliche Unterschiede, berichtet eine internationale Forschergruppe im Fachblatt "The Lancet Infectious Diseases". Die Wissenschaftler beziehen sich auf Daten eines europäischen Netzwerks zur Beobachtung antimikrobieller Resistenzen (EARS-Net).

Etwa ein Drittel der Erkrankungen mit antibiotikaresistenten Keimen entstünden in Krankenhäusern und anderen Einrichtungen des Gesundheitssystems, berichten die Forscher weiter. In 39 Prozent der betrachteten Fälle seien die Patienten mit einem Keim infiziert, gegen den auch Reserve-Antibiotika nichts mehr ausrichten können. Die Behandlung einer Infektion ist dann nur noch schwer, teils gar nicht mehr möglich.

Säuglinge und Senioren am stärksten gefährdet

Am stärksten gefährdet sind Säuglinge unter einem Jahr und Personen über 65 Jahre. In Italien und Griechenland sind die Sterberaten am höchsten. Die Forscher konzentrierten sich auf acht Bakterienarten, die häufig in Blut oder Spinalflüssigkeiten nachgewiesen werden. Berücksichtigt wurden verschiedene Infektionswege, wie Blutkreislauf, Harn- und Atemwege sowie Infektionen von Operationsstellen. Demnach traten 2015 in Europa mehr als 650.000 Infektionen mit antibiotikaresistenten Keimen auf.

Um die Situation zu verbessern, seien gemeinsame Anstrengungen nötig, heißt es von den Forschern. Antibiotika sollten nur dann verschrieben und eingenommen werden, wenn sie wirklich nötig sind. Zudem müssten bestehende Hygienevorschriften, vor allem in Krankenhäusern, eingehalten werden. Schließlich brauche es mehr Forschung, um neue antibiotisch wirkende Substanzen zu entwickeln.

Quelle: n-tv.de, ftü/sba/dpa

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