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Nur bei einer Variante "inaktiv" Antikörper-Mittel wirken gegen Mutanten

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Das Antikörper-Mittel von Regeneron wirkt auch gegen die neuen Mutationen.

(Foto: AP)

Im Kampf gegen das Coronavirus setzt die Bundesregierung auch auf zwei Antikörper-Mittel - und darf nun leicht aufatmen. Die bestellten Dosen sind auch gegen die britische Mutation wirksam. Bei der südafrikanischen Variante gibt es indes Zweifel an der Wirksamkeit.

Das teilweise bereits zur Behandlung von Covid-19-Erkrankungen eingesetzte Antikörper-Mittel REGN-COV2 ist nach Angaben der US-Herstellerfirma Regeneron auch gegen die britische und südafrikanische Variante des Coronavirus wirksam. Bei beiden Mutanten-Strängen wirke das Medikament, erklärte das Biotech-Unternehmen.

Allerdings gelte dies bei der südafrikanischen Variante nur im "reduzierten" Umfang, dort schlage einer der zwei in dem Mittel enthaltenen Antikörper, Casirivimab, nur begrenzt an.

Zu ähnlichen Ergebnissen kam auch eine - noch nicht überprüfte - Studie der Columbia-Universität New York. Diese erbrachte nach Angaben der Forscher allerdings auch beunruhigende erste Ergebnisse für das Antikörper-Mittel Bamlavinimab des US-Pharmakonzerns Eli Lilly. Dieses scheine zumindest gegen die südafrikanische Virus-Mutante "inaktiv" zu sein.

Deutschland kauft 200.000 Dosen

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Die Bundesregierung hat für Deutschland 200.000 Dosen Antikörper-Mittel für 400 Millionen Euro gekauft. Laut Bundesgesundheitsministerium handelt es sich um REGN-COV2 sowie Bamlavinimab. Beide Mittel haben in den USA bereits eine Notfallzulassung erhalten, in der EU sind sie bislang nicht zugelassen.

REGN-COV2 hatte im vergangenen Oktober weltweite Bekanntheit erlangt, nachdem der damalige US-Präsident Donald Trump mit diesem Antikörper-Cocktail behandelt worden war. REGN-COV2 ist eine Kombination aus zwei speziell entwickelten Antikörpern, Casirivimab und Imdevimab, die sich an das sogenannte Spike-Protein des Coronavirus binden und so dessen Struktur deformieren können. Die Antikörper sollen das Vordringen der Viren in die menschlichen Zellen und ihre Vermehrung bremsen.

Quelle: ntv.de, tno/AFP