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Zählungen bei Insektensommer Asiatischer Marienkäfer ist neuer Sieger

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Auf dem Weg nach oben: der Asiatische Marienkäfer.

(Foto: picture alliance / blickwinkel/AGAMI/W. Leurs)

Mehr als 9000 Menschen folgen dem Aufruf des NABU, in einem bestimmten Zeitraum alle Insekten zu zählen, die sie sehen. Die gemeldeten Zahlen sind nun ausgewertet. Am häufigsten wurde ein Käfer gesehen, der wegen seiner Unersättlichkeit in den 1980er-Jahren aus Asien geholt wurde.

Zum ersten Mal steht der Asiatische Marienkäfer auf Platz eins der meistbeobachteten Insekten Deutschlands. Damit habe das gepunktete Insekt den mehrjährigen Spitzenreiter verdrängt, die Steinhummel, teilte der Naturschutzbund (NABU) mit.

1813 Mal sei der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis) während des Insektensommers, einer Zählaktion des NABU, beobachtet worden. Die Steinhummel (Bombus lapidarius) dagegen wurde nur 1699 gesichtet. Den dritten Platz belegte die Hainschwebfliege (Episyrphus balteatus) mit 1427 Meldungen an die Naturschützer.

Den Wechsel an der Spitze machen die Experten vor allem am Wetter fest. "Durch das sehr kühle und feuchte Frühjahr konnte der Asiatische Marienkäfer erst vergleichsweise spät mit der Fortpflanzung beginnen. Im ersten Zählzeitraum im Juni waren dann besonders die erwachsenen Tiere aktiv und wurden so häufiger als Larven und Puppen gesichtet, das war im letzten Jahr nicht so", sagte Laura Breitkreuz, Insektenexpertin des NABU.

Der Asiatische Marienkäfer, der auch als Vielfarbiger oder Harlekin-Marienkäfer bezeichnet wird, ist gut erkennbar an seinen Punkten. Er hat nämlich mit bis zu 19 Stück davon auf dem Rücken und damit wesentlich mehr als der Siebenpunkt-Marienkäfer. Wie der Name schon sagt, kommt der Asiatische Marienkäfer ursprünglich vor allem aus China und Japan. Er wurde aber in den 1980er-Jahren im großen Stil nach Nordamerika und Europa geholt, um hier in Gewächshäusern eingesetzt zu werden, denn sein Appetit auf Blattläuse ist fast unstillbar. Danach hat er sich auch in freier Natur schnell verbreitet.

Kühles Frühjahr ist problematisch

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Die Witterungsbedingungen des Frühjahres machten jedoch auch Hummeln und Wespen zu schaffen. Die kühle Periode verminderte die Blüte zahlreicher Pflanzen. Damit gab es auch weniger Nahrung für Hummel- und Wespenköniginnen, die während dieser Zeit eigentlich Nester bauen und neue Völker gründen. Viele von ihnen starben. Somit folgten im Sommer weniger Nachkommen. Die Zahl der Sichtungen mancher Arten habe deshalb um die Hälfte abgenommen. "Es könnte also sein, dass 2021 kein Wespenjahr wird", ergänzt Breitkreuz.

Der NABU-Insektensommer wird in zwei Zählzeiträume unterteilt: in einen vom 4. bis 13. Juni und einen vom 6. bis 15. August. An der nun ausgewerteten Juni-Aktion beteiligten sich deutschlandweit laut NABU 9060 Menschen und damit 690 mehr als im Juni 2020.

Quelle: ntv.de, jaz/dpa

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