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Der Asteroid "Mathilde", aufgenommen am 1997 von der Raumsonde NEAR Shoemaker.
Der Asteroid "Mathilde", aufgenommen am 1997 von der Raumsonde NEAR Shoemaker.(Foto: NASA/dpa)
Freitag, 14. Juli 2017

Staub, Eis, Silikat: Asteroiden beginnen als kosmischer Matsch

Millionen von Asteroiden rasen durch das Sonnensystem - aber wie sind sie eigentlich entstanden? Entgegen bisheriger Annahmen sind Asteroiden nicht schnell versteinert, sondern sie beginnen als eine Art kosmischer Matschkugeln.

Die meisten Asteroiden in unserem Sonnensystem sind vermutlich aus einer Art kosmischer Matschkugeln entstanden. Das berichten zwei Forscher nach entsprechenden Simulationsrechnungen im Fachblatt "Science Advances".

Bislang waren Wissenschaftler davon ausgegangen, dass junge Asteroiden schnell versteinert sind. Die untersuchten Asteroiden gelten als übrig gebliebenes Rohmaterial aus der Entstehung von Gesteinsplaneten. Die neuen Erkenntnisse könnten daher auch dem Verständnis der allgemeinen Entwicklung des jungen Sonnensystems dienen, heißt es bei dem Fachblatt.

Hauptzutaten sind kosmischer Staub, Eis und Silikatkügelchen

Philip Bland von der Curtin University of Technology im australischen Perth und Bryan Travis vom Planetary Science Institute im US-amerikanischen Tucson hatten die Entstehung kohlenstoffhaltiger (C-Typ) Asteroiden untersucht, die ungefähr drei Viertel aller Asteroiden in unserem Sonnensystem stellen. Die Hauptzutaten für diese Asteroiden sind kosmischer Staub, Eis und sogenannte Chondren, das sind kleine Silikatkügelchen.

Wenn diese Materialien zusammenkommen, formen sie entgegen der bisherigen Annahme kein Gestein, sondern einen matschigen Schlamm, berichten die beiden Wissenschaftler. Der Schlamm entsteht aus dem Eis, das von radioaktiven Substanzen aufgeschmolzen wird, und dem Staub. Die Silikatkügelchen sind in diesen Schlamm eingebettet. Das neue Modell passt zu Untersuchungen kohlenstoffhaltiger Meteoriten.

Was sind Asteroiden, Kometen und Meteoroiden?

Millionen von Asteroiden und Kometen rasen durch das Sonnensystem. Unterschieden werden sie vor allem anhand ihrer Zusammensetzung - ganz klar definiert ist der Unterschied allerdings nicht.

Asteroiden sind die kleineren Geschwister der Planeten, sie bestehen aus Gestein und Metallen. Weil sie klein und leicht sind, bleibt ihre Bahn um die Sonne nicht unbedingt konstant, sondern kann sich durch die Gravitationskräfte anderer Körper verändern.

Kometen sind Überbleibsel der Entstehung des Sonnensystems und bestehen aus Gestein sowie flüchtigen Stoffen wie Wasser und Gasen. Die "schmutzigen Schneebälle" entwickeln darum in Sonnennähe typischweise einen oft Millionen Kilometer langen Schweif.

Für sehr kleine Objekte mit weniger als einigen Dutzend Metern Durchmesser wurde die Bezeichnung Meteoroiden eingeführt. Verglühen sie beim Eintritt in die Erdatmosphäre nicht komplett, sondern erreichen noch den Boden, werden sie Meteoriten genannt. Jeden Tag gelangen etliche Tonnen kosmischen Materials auf die Erde - allerdings zum größten Teil als Staub.

Quelle: n-tv.de

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