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Karriere-Euphorie verfliegt schnell Beförderung macht nicht glücklich

Eine Beförderung verheißt mehr Geld, Macht, Wertschätzung. Doch diese Vorzüge sorgen offenbar nicht dauerhaft für Zufriedenheit und werden durch Nachteile ausgeglichen.

Wer vergeblich auf eine Beförderung im Job hofft, kann sich derweil trösten: Mittelfristig macht eine höhere Stellung laut einer Studie nicht zufriedener.jpg

Wer vergeblich auf eine Beförderung hofft, kann sich trösten: Mittelfristig macht eine höhere Stellung laut einer Studie nicht zufriedener.

Wer hätte das gedacht: Beruflicher Aufstieg macht auf Dauer nicht glücklicher, sondern schadet eher der seelischen Verfassung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Langzeituntersuchung, die das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) veröffentlichte. Trotz einer dauerhaften Einkommenssteigerung und höheren soziales Ansehens wiegen demnach - zumindest auf längere Sicht - die negativen Begleiterscheinungen wie mehr Stress und längere Arbeitszeiten die positiven Effekte auf. "Spätestens nach drei Jahren war die Karriere-Euphorie verflogen", fasste das IZA das Ergebnis zusammen.

Unmittelbar nach ihrer Beförderung hätten die Befragten im Durchschnitt zwar angegeben, fairer bezahlt zu werden, einen sichereren Arbeitsplatz zu haben und mehr Verantwortung zu tragen. Spätestens nach drei Jahren aber seien die Werte für Jobzufriedenheit, subjektiv empfundene Sicherheit des Arbeitsplatzes und auch das Gefühl, angemessen bezahlt zu werden, wieder auf dem Niveau vor dem Laufbahnsprung angekommen, heißt es in der IZA-Studie. Dafür wurden die statistischen Daten australischer Haushaltsbefragungen ausgewertet und so 2000 Beförderungen nachvollzogen. Stresspegel und Arbeitszeiten dagegen blieben hoch.

"Kein großartiger Einfluss"

Die allgemeine Lebenszufriedenheit und der köperliche Gesundheitszustand änderten sich durch eine Beförderung langfristig nicht, schreiben die Autoren David Johnston und Wang-Sheng Lee in ihrem Fazit. Dagegen verschlechterte sich der psychische Gesundheitszustand nach zwei und mehr Jahren deutlich, was etwa auf Nervosität und Unruhezustände zurückzuführen sein könnte. Das sei vor allem bei jüngeren männlichen Angestellten ohne Hochschulabschluss bemerkbar.

"Zusammenfassend stellen wir fest, dass Beförderungen das Wohlbefinden von Angestellten weder auf die eine noch die andere Weise großartig beeinflussen", betonen die beiden Forscher. "Wenn überhaupt, dann scheint es bei bestimmten Angestelltengruppen negative Folgen für die psychische Gesundheit zu geben. Angesichts dieses Ergebnisses ist es interessant, dass Angestellte auf der ganzen Welt, in allen Branchen und Berufen nach Beförderungen streben."

Quelle: ntv.de, AFP