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Deutsche Umwelthilfe warnt Biokraftstoffe schaden mehr, als sie nutzen

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Die umstrittenen Kraftstoffe werden meist aus Ölpflanzen oder Getreide gewonnen.

(Foto: picture alliance / Marius Bulling)

Schon seit Jahren steht Biosprit in der Kritik. Auch laut einer neuen Studie im Auftrag der Deutsche Umwelthilfe weist der Einsatz eine negative Umweltbilanz auf. Die Organisation fordert deshalb einen sofortigen Stopp: "Diesel aus Raps gehört nicht in den Tank", heißt es.

Biokraftstoffe im Verkehr erzeugen laut Deutscher Umwelthilfe (DUH) mehr klimaschädliche Treibhausgase, als bei ihrem Einsatz eingespart werden. Das geht aus einer aktuellen Studie des Heidelberger Instituts für Energie- und Umweltforschung (IFEU) im Auftrag der DUH hervor.

Demnach würden jährlich fast 16,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid weniger freigesetzt, wenn alle Agrarflächen einfach der Natur überlassen würden, die weltweit für die hierzulande eingesetzten Biokraftstoffen genutzt werden. Die Experten haben ausgerechnet, dass rund um den Globus insgesamt 1,2 Millionen Hektar Agrarfläche - 500.000 davon allein in Deutschland - für Biokraftstoffe in deutschen Diesel- und Benzinautos belegt sind.

Demgegenüber habe der Einsatz von Biokraftstoffen in Deutschland im Jahr 2020 maximal 9,2 Millionen Tonnen Treibhausgase gebunden, schreibt das Institut - unter anderem in Berufung auf Daten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung und der EU-Kommission. Kraftstoffe aus Rest-und Abfallstoffen wurden nicht berücksichtigt. Die DUH fordert angesichts dieser Bilanz einen sofortigen Stopp für den Einsatz dieser Kraftstoffe. "Diesel aus Raps, Soja oder Palmöl und Benzin aus Getreide gehören nicht in den Tank", erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner.

Solarpanele deutlich effektiver

Die umstrittenen Biokraftstoffe werden seit Jahren beigemischt und lassen sich beispielsweise aus dem Öl von Raps, Soja, Ölpalme und anderen Ölpflanzen gewinnen. Auch Mais, Getreide, Rüben und Zuckerrohr dienen als Ausgangsmaterial. Nach Angaben der DUH machten Biokraftstoffe aus Nahrungs-und Futtermitteln im Jahr 2020 5,3 Prozent des Endenergieverbrauchs im gesamten Verkehr an Land aus.

Studienautor Horst Fehrenbach wies am Mittwoch darauf hin, dass der Nutzen für die CO2-Bilanz sogar noch größer wäre, wenn die Agrarflächen anderweitig zur Energieerzeugung genutzt würden, etwa zum Betrieb von Solarpanelen. Laut Studie benötigt die Erzeugung von Solarstrom für E-Fahrzeuge für die gleiche Kilometerleistung 97 Prozent weniger Fläche als die Produktion von Biokraftstoff.

Quelle: ntv.de, mbu/dpa

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