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36.000 Probanden weltweit Curevac startet bei Impfstoff Phase-3-Studie

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Curevac rechnet mit einer überzeugenden Wirkung seines Impfstoffs.

(Foto: imago images/photothek)

Das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac ist auf dem Weg zur Zulassung seines Corona-Impfstoffes einen Schritt weiter. Nach Angaben des Unternehmens beginnt jetzt die zulassungsrelevante klinische Phase-3-Studie mit etwa 36.000 Teilnehmern.

Das Tübinger Pharmaunternehmen Curevac hat begonnen, seinen Corona-Impfstoff-Kandidaten im Rahmen einer Phase-3-Studie an Tausenden Probanden weltweit zu testen. "Wir erwarten, dass auch diese Studie die Wirkung unseres Impfstoffs zur Prävention einer Covid-19-Infektion und somit zur Bekämpfung dieser Pandemie unter Beweis stellen wird", teilte Curevac-Chef Franz-Werner Haas mit. Die EU-Kommission hatte bereits im November einen Liefervertrag mit dem Unternehmen über zunächst 225 Millionen Impfdosen abgeschlossen.

Im Rahmen der weltweiten Phase-3-Studie soll der Impfstoffkandidat nach Unternehmensangaben nun an 36.000 freiwilligen Probanden getestet werden. Dabei werde die Wirksamkeit und Sicherheit des Medikaments überprüft. Die Hälfte der Probanden erhalte den Impfstoff, die andere ein Placebo.

Curevac ist eine von zahlreichen Pharmafirmen weltweit, die an der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs arbeiten. Sie setzen dabei auf unterschiedliche Verfahren. Curevac arbeitet wie der deutsche Konkurrent Biontech mit einem Wirkstoff auf der Basis sogenannter Boten-RNA. Das synthetisch erzeugte Botenmolekül regt im Körper die Bildung eines Virus-Eiweißes an. Dies löst eine Immunreaktion aus, die den Menschen vor dem Virus schützen soll. Im Gegensatz zu herkömmlichen Impfungen, bei denen der Wirkstoff mittels Viren über mehrere Monate angezüchtet und dann in abgeschwächter Form injiziert wird, verzichtet der mRNA-Impfstoff auf lebende Krankheitserreger und Zellkulturen. Dadurch sollen sich mögliche Sicherheitsrisiken verringern.

Im Gegensatz zu einigen Impfstoff-Kandidaten anderer Unternehmen, die zum Teil bei Temperaturen von bis zu -70 Grad gelagert werden müssen, bleibt der Curevac-Impfstoff nach Unternehmensangaben auch bei Kühlschrank-Temperatur mindestens drei Monate stabil.

Die Impfstoff-Kandidaten anderer Firmen sind teils schon weiter fortgeschritten. Ein von der Mainzer Pharmafirma Biontech und ihrem US-Partner Pfizer entwickelter Wirkstoff ist in den USA, Großbritannien, Kanada und weiteren Ländern bereits zugelassen. In der EU läuft die Prüfung noch.

Quelle: ntv.de, sba/AFP

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