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Tote Wale in der Kieler Bucht Delfin tötet mehrere Schweinswale

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Ein toter Schweinswal am Ufer der Ostseeinsel Fehmarn. (Bild von 2013)

(Foto: picture alliance / dpa)

Seit September untersuchen Wildtierforscher ein mysteriöses Walsterben in der Ostsee vor Kiel. Jetzt haben sie die Todesursache wohl gefunden: Ein oft gesichteter Delfin hat die Meeressäuger anscheinend angegriffen.

Ein Delfin hat vermutlich mehrere Schweinswale in der Ostsee getötet. Das geht nach Angaben des Büsumer Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung aus der Obduktion der Walkadaver hervor. Bereits im November hatten Experten die Vermutung geäußert, dass der in Kiel oft gesichtete Delfin "Freddy" für den Tod der Meeressäuger verantwortlich sein könnte.

"Es ist sehr wahrscheinlich, dass die an den Tieren festgestellten Verletzungen von einem Delfin verursacht wurden", sagte Instituts-Mitarbeiterin Stephanie Groß. Sechs der Kadaver aus deutschen Gewässern wiesen Rippenbrüche, innere Blutungen und Hämatome auf. Zuvor hatten die "Kieler Nachrichten" über das Obduktionsergebnis berichtet.

Absolute Gewissheit haben die Büsumer Experten nach Untersuchung der Kadaver aber nicht. "Da steht nicht Delfin drauf", sagte Groß. Weder sei bei der Obduktion DNA eines Delfins entdeckt worden, noch wiesen die Tiere Zahnabdrücke von Delfinen auf. "Wir haben uns aber angeschaut, wo der Delfin wann war." Die toten Schweinswale seien zu diesen Zeitpunkten in jenen Gebieten gefunden worden.

In der Kieler Bucht sind seit September acht tote Schweinswale gefunden worden.

Quelle: ntv.de, chr/dpa