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Meteorologisch oder astronomisch Der Herbst beginnt - noch mal

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Der Herbst macht nicht nur die Tage kürzer, sondern auch die Blätter bunter.

(Foto: picture alliance / dpa)

Heute ist Herbstanfang. "Schon wieder?", werden sich einige jetzt fragen. Denn bereits der 1. September wurde als Herbstbeginn bezeichnet. Warum es zwei Daten für den Start in die dritte Jahreszeit gibt und wie sie sich unterscheiden, erklärt ntv.de.

Aus meteorologischer Sicht hat der Herbst auf der Nordhalbkugel der Erde längst begonnen, nämlich am 1. September. Dieses Datum ist als Herbstanfang seit Beginn der Wetteraufzeichnungen Mitte des 19. Jahrhunderts gesetzt. Wetterkundlern zufolge endet der Herbst drei Monate später, nämlich am 30. November. Der Herbst wird am 1. Dezember durch den Winter, der dann ebenfalls drei Monate dauert, abgelöst. Genauso verhält es sich auch mit dem Frühling und dem Sommer.

Die Einteilung der Jahreszeiten in genau drei Kalendermonate hat aus Sicht der Meteorologen einen wesentlichen Vorteil: Sie hilft bei statistischen Berechnungen, Vergleichen und Auswertungen der gesammelten Wetterdaten. Dieser meteorologische oder klimatologische Herbstanfang richtet sich nach Erfahrungswerten: Kaltluft aus den Polargebieten bringt Anfang September niedrigere Temperaturen nach Europa.

Drei Wochen Unterschied

Die sogenannten astronomischen Anfänge der Jahreszeiten liegen ungefähr drei Wochen hinter dem, den die Wetterkundler festgelegt haben. Sie sind nicht immer an den gleichen Tagen, sondern können sich um zwei Tage verschieben. Für den astronomischen Herbstbeginn wurde das in diesem Jahr für den 22. September berechnet. Genau um 15.31 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) wird die Sonne dann senkrecht über dem Äquator stehen. In der Fachsprache wird dieses Ereignis als Äquinoktikum bezeichnet.

Das ist der Zeitpunkt, an dem Tag und Nacht gleich lang sind, zumindest annähernd. Danach werden die Tage kürzer als die Nächte. Zunächst nur um wenige Sekunden, die sich im Laufe der Zeit bis zur Wintersonnenwende am 21. Dezember 2020, auf Stunden summieren. In Berlin beispielsweise liegen zwischen Sonnenauf- und -untergang dann nur noch 7,66 Stunden.

Tagundnachtgleiche für Frühling und Herbst

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Die sogenannte Tagundnachtgleiche markiert sowohl den Beginn des Frühlings als auch den Beginn des Herbstes auf der Erde. Das astronomische Ereignis tritt überall auf der Welt zum selben Zeitpunkt ein, hat aber aufgrund der verschiedenen Zeitzonen verschiedene Uhrzeiten. Während auf der Nordhalbkugel zu diesem Zeitpunkt der Herbst beginnt, wird auf der Südhalbkugel damit der Frühling eingeläutet - und umgekehrt.

Auch für den Beginn von Sommer und Winter gibt es ein astronomisches Ereignis, das dann als Sommersonnen- beziehungsweise Wintersonnenwende bezeichnet wird.

Quelle: ntv.de