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Die längste Nacht des Jahres Mit der Sonnenwende beginnt der Winter

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Sonnenuntergänge im Winter erzeugen ein besonderes Licht.

(Foto: imago/Westend61)

Die Wintersonnenwende ist die astronomische Besonderheit, die die kalte Jahreszeit einläutet. Nach ihr werden die Tage wieder länger, wenn auch am Anfang kaum spürbar. Doch was passiert genau an diesem Tag?

In diesem Jahr steht die Sonne laut Berechnungen von Astronomen am 21. Dezember um 17.28 Uhr am tiefsten Punkt ihrer Jahresbahn auf der Nordhalbkugel. Sie steht also so tief wie an keinem anderen Tag im Jahr. Mit bloßem Auge allerdings sind die Unterschiede des Sonnenstandes an den Tagen um die Wintersonnenwende nicht zu erkennen.

Dieser tiefste Punkt der Sonne wird auch als Winterpunkt bezeichnet. Er ist ein echter Wendepunkt, denn von nun an steigt die Sonne auf ihrer Bahn allmählich wieder auf. Der Zeitpunkt, an dem das passiert, wird als Wintersonnenwende bezeichnet und ist der astronomische Beginn des Winters. Das Sonnenlicht erreicht Mitteleuropa an diesem Tag nur für etwas mehr als acht Sunden. Dunkel ist es dagegen in dieser Region fast 16 Stunden lang. Der Tag der Wintersonnenwende ist dementsprechend auch der kürzeste Tag des Jahres, obwohl an diesem Tag weder der späteste Sonnenauf- noch der zeitigste Sonnenuntergang ist.

Auch wenn es sich dabei nur um Sekunden oder wenige Minuten handelt, verändern sich die Zeiten für Sonnenauf- und -untergang durch die Bewegung der Erde um die Sonne ständig. Hinzu kommen regionale Unterschiede. In München ist es am 21. Dezember fast 45 Minuten länger hell als in Berlin. In der Hauptstadt geht die Sonne am 21. Dezember erst um 8.15 Uhr auf und bereits um 15.54 Uhr unter. Der späteste Sonnenaufgang in diesem Jahr in dieser Region ist allerdings erst am 25. Dezember um 8.17 Uhr, der zeitigste Sonnenuntergang um 15.51 Uhr hingegen war schon am 8. Dezember. Dennoch ist am 21. Dezember, manchmal auch erst am 22. Dezember, Wintersonnenwende. Der kürzeste Tag entsteht also aus dem Mittel. Er liegt dementsprechend zwischen dem Tag mit dem spätesten Sonnenauf- und dem Tag mit dem zeitigsten Sonnenuntergang.

Neigung und Ellipse der Erde

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Die Grafik zeigt, wie Polarnächte entstehen.

(Foto: Fachsimpel/wikipedia)

Auch wenn die Erde zu dieser Zeit der Sonne näher ist als im Sommer, herrschen auf der Nordhalbkugel Winter und Dunkelheit. Die verschiedenen Jahreszeiten hängen nicht vom Abstand der Erde zur Sonne ab, sondern von der elliptischen Bahn der Erde und der Neigung der Erdachse.

Wegen dieses Neigungswinkels erreicht die Sonne um die Zeit der Wintersonnenwende nicht mehr die Bereiche am Nordpol. Es kommt dort zu den bekannten Polarnächten mit ganztägiger Dunkelheit. Die Region um den Südpol hingegen ist zur gleichen Zeit den ganzen Tag in Sonnenlicht getaucht. Dort bleibt es dann hell. Auf dem Weg der Erde um die Sonne wechseln diese Phänomene die Region. Dann wird es am Südpol nicht mehr hell und am Nordpol nicht mehr dunkel.

Die Wintersonnenwende gehört zu insgesamt vier Ereignissen, die Wendepunkte im astronomischen Jahr markieren. Neben ihr gibt es auch die Sommersonnenwende und die Tage, an denen Tag und Nacht gleich lang sind. Die sogenannten Tag-Nacht-Gleichen sind der Beginn des astronomischen Frühlings - um den 20. März - beziehungsweise des Herbstes um den 23. September. Die Abstände zwischen allen vier Ereignissen betragen immer ungefähr drei Monate. Die Abweichungen zum Kalender kommen zustande, weil jedes Sonnenjahr, also die Zeit, die die Erde braucht, um sich einmal um die Sonne zu bewegen, knapp sechs Stunden länger ist, als das mit 365 Tagen festgelegte kalendarische Jahr.

Quelle: n-tv.de

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