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Funde der ältesten Kunstobjekte Eiszeitkunst-Höhlen sind Welterbe

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"Hohle Fels" heißt eine der Höhlen, in der bei archäologischen Grabungen erste Spuren von Kunst und Musik der Menschheit gefunden worden sind.

(Foto: picture alliance / Stefan Puchne)

In den Höhlen rund um Blaubeuren finden sich die ältesten Zeugnisse für eine bewusste künstlerische Betätigung des frühen Menschen. Deshalb gehören sie nach Ansicht der Unesco zum Weltkulturerbe. Weitere Kandidaten in Deutschland stehen zur Debatte.

Die Unesco hat die Höhlen der ältesten Eiszeitkunst in Baden-Württemberg zum Weltkulturerbe ernannt. Das gab das Unesco-Komitee in Krakau bekannt. Laut Unesco zeugen die sechs Höhlen der Eiszeitkunst auf der Schwäbischen Alb von einer der frühesten figurativen Kunst weltweit und liefern wichtige Erkenntnisse über die Entwicklung der Kunst.

Die Höhlen rund um Blaubeuren gelten als eines der wichtigsten Ausgrabungsgebiete für Archäologen. Unter anderem fanden Forscher dort die älteste bekannte Menschenfigur der Welt, die 40.000 Jahre alte "Venus vom Hohle Fels".

Mammuts und Höhlenlöwen

Seit den 1860er-Jahren gibt es in den Höhlen Ausgrabungen, sie brachten zahlreiche bis zu 43.000 Jahre alte figürliche Darstellungen zutage, darunter Mammuts, Höhlenlöwen, Pferde und Musikinstrumente, aber auch Frauenkörper und Darstellungen von Mischwesen aus Mensch und Tier.

Die Fundstücke gehören zu den ältesten Zeugnissen für eine bewusste künstlerische Betätigung des frühen Menschen. Die wichtigsten Funde aus dem Bereich der Schwäbischen Alb können in Museen in Ulm, Tübingen und Blaubeuren besichtigt werden.

Weitere Entscheidungen werden erwartet

Laut Programm dürften in den nächsten Tagen auch Entscheidungen zu den drei anderen deutschen Bewerbern fallen: Deutschland hat sich außerdem mit den Lutherstätten in Mitteldeutschland, den Bauhausstätten in Dessau und Bernau sowie dem Naumburger Dom und der hochmittelalterlichen Kulturlandschaft an Saale und Unstrut um den begehrten Unesco-Titel beworben.

Auf die Welterbeliste kamen in diesem Jahr bereits die angolanische Stadt M'banza Kongo und die modernistische Stadt Asmara in Eritrea - für beide Länder ist es der jeweils erste Unesco-Titel. Freuen können sich auch Argentinien mit dem Nationalpark Los Alerces und Russland und die Mongolei mit den Daurischen Landschaften. Die Unesco erklärte auch die Altstadt von Hebron zum Weltkulturerbe, was heftigen Protest in Israel auslöste. Mehr als 30 Stätten weltweit sind nominiert. Das Welterbe-Komitee tagt bis zum 12. Juli in Südpolen.

Quelle: n-tv.de, jaz/dpa

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