Dieses Jahr massive Ausbreitung Experte: Borkenkäfer schnell bekämpfen

Die idealen Bedingungen machen es möglich, dass sich Borkenkäfer in diesem Jahr besonders stark ausbreiten. Um den Schädlingen Einhalt zu gebieten und Bäume zu retten, muss jetzt gehandelt werden, betont ein Experte.
Waldbesitzer sollten momentan intensiv nach Borkenkäfern Ausschau halten. Der Schädling hat sich nämlich wie erwartet in dieser Saison massiv ausgebreitet. "Wir haben derzeit eine Massenvermehrung und deshalb eine hohe Befallsdynamik", sagt der Leiter der Abteilung Waldschutz an der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, Ralf Petercord.
Im Klartext: Wenn die befallenen Fichten nicht so schnell wie möglich gefällt und entrindet oder aus dem Wald geholt werden, ist ein hoher Baumverlust wahrscheinlich. "Wenn man nichts tut, läuft man in eine Katastrophe hinein", betont Petercord. Betroffen seien vor allem die fichtenreichen Bundesländer. "Sie haben alle Borkenkäfer-Probleme dieses Jahr." Zu ihnen gehören die Bundesländer in der Mitte und im Süden Deutschlands. Nach einer Massenvermehrung, wie sie in diesem Jahr zu sehen sein wird, reichen die natürlichen Feinde der Borkenkäfer nicht aus, um die Bestände tatsächlich zu minimieren.
Buchdrucker und Kupferstecher
In Europa gibt es mehr als 150 verschiedene Borkenkäferarten. Die Tiere sind 0,8 bis 9 Millimeter lang, ihre Körper dunkelbraun bis schwarz gefärbt. Die Larven der Tiere können sich selbst durch das Baummaterial fressen, eigene Gänge anlegen und als Jungtiere aus dem Baum schlüpfen. Die dadurch entstehenden typischen Fraßmuster zerstören die Wasser- und Nährstoffleitbahnen der Bäume. Für Fichten sind besonders die sogenannten Buchdrucker, Kupferstecher und Lärchenborkenkäfer gefährlich.
Die Borkenkäfer konnten sich wegen des warmen Herbstes und des relativ milden Winters zuletzt sehr gut entwickeln. Zudem schwärmten sie teilweise bereits Anfang April und begannen vergleichsweise früh mit der Eiablage. Dementsprechend hoch ist nun die Populationsdichte. Borkenkäfer-Befall ist daran zu erkennen, dass das Bohrmehl der Käfer in den Rindenschuppen, Spinnennetzen oder auf den Pflanzen um den Baum herum zu finden ist. Um eine Fichte nachhaltig zu schädigen, sind Petercord zufolge etwa 300 bis 400 Käfer nötig. Bereits durch Umwelteinflüsse geschädigte Bäume sind am meisten gefährdet.