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Vorgehen gegen invasive Art Experten spüren Mörder-Hornissen auf

Vor wenigen Monaten werden in den USA Exemplare der Asiatischen Riesenhornisse entdeckt. Offenbar ist die Art dabei, sich einen neuen Lebensraum zu erobern. Das soll unbedingt verhindert werden. Nun gelingt es erstmals, ein Nest zu orten und gezielt gegen die sogenannten "Mörder-Hornissen" vorzugehen.

Mit einer aufsehenerregenden Aktion sind Mitarbeiter des US-Landwirtschaftsministeriums gegen sogenannte "Mörder-Hornissen" vorgegangen. Sie entfernten das erste in den USA entdeckte Nest der invasiven Art.

Das Nest der Asiatischen Riesenhornissen (Vespa mandarinia) wurde am Donnerstag von Entomologen des Washington State Department of Agriculture (WSDA) auf einem Grundstück in Blaine nahe der Grenze zu Kanada gefunden. Zuvor hatten die Experten Wochen damit zugebracht, danach zu suchen. Dafür fingen sie einzelne Exemplare ein und banden ihnen mit Zahnseide winzige Sender an die Körper. Die Tiere werden bis zu fünf Zentimeter lang und stechen sehr schmerzhaft.

Im Morgengrauen saugte dann ein Team die Insekten aus ihrem Nest. Die beteiligten Experten waren von Kopf bis Fuß in Schutzanzüge gekleidet, um gegen mögliche Angriffe gewappnet zu sein. Der abgestorbene Baum, in dem sich das Nest befand, wurde mit Folie umwickelt. Dann kam die Absaugvorrichtung zum Einsatz. Zunächst wurde nur mitgeteilt, die Entfernung des Nestes sei erfolgreich gewesen.

Massaker unter Bienen

Im Dezember 2019 war das erste Exemplar der asiatischen Riesenhornisse in den USA gesichtet worden. Seitdem suchen Wissenschaftler nach möglichen Nestern, um eine weitere Fortpflanzung der Art zu unterbinden.

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Die Asiatische Riesenhornisse ist besonders häufig in ländlichen Regionen Japans anzutreffen.

(Foto: via REUTERS)

Noch ist unklar, wie die Hornissen, die eigentlich in Ostasien und Japan beheimatet sind, in die USA kamen. Die Insekten greifen normalerweise keine Menschen an, stellen jedoch eine erhebliche Gefahr für Bienenvölker dar. Sie sind berüchtigt dafür, Honigbienenkolonien erheblich zu dezimieren. Insektenkundler berichten von regelrechten Massakern unter Honigbienen, bei denen die Hornissen den Bienen die Köpfe abbeißen und dann die Bienennester besetzen, um sich von den Puppen und Larven zu ernähren.

In Japan sterben jedes Jahr etwa 30 bis 50 Menschen an dem giftigen und schmerzhaften Stich der Hornissenart. Wissenschaftler warnen davor, dass sich das Insekt in Nordamerika ausbreiten und dauerhaft etablieren könnte, wenn es in den nächsten Jahren nicht beseitigt wird.

Quelle: ntv.de, sba