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Tiefkühlpizza & Co Fertiggerichte könnten Krebs fördern

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Wirklich lecker?

imago/Westend61

Der Tag war lang und der Kühlschrank ist leer. Im Supermarkt greift man dann schnell zur leckeren Tiefkühlpizza. Dass diese fettig und hochkalorisch ist, wissen die meisten. Ob Fertiggerichte die Entstehung von Krebs begünstigen, untersuchen Forscher.

Tiefkühlpizza, Lasagne oder Frühlingsrolle: Fertiggerichte können nach einem langen Arbeitstag eine echte Rettung sein. Die schnell gewärmten Speisen gelten zwar als zu fett, zu kalorienreich und damit als ungesund, finden aber dennoch immer häufiger Zuspruch. Grund genug für Forscher der Santé Médicine et Biologie Humain der Université Paris 13 mit einer großangelegten Untersuchung herauszubekommen, ob es einem Zusammenhang zwischen dem  Verzehr von hochverarbeiteten Fertiggerichten und dem Risiko Krebs zu bekommen besteht.

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Dosengemüse ist nicht hochverarbeitet.

(Foto: imago stock&people)

Für die Untersuchung werteten die Forscher Daten von insgesamt 104.980 gesunden Erwachsenen aus. Das Durchschnittsalter der Probanden betrug 42,8 Jahre, der Frauenanteil lag bei 78 Prozent, der der Männer bei 22. Die Studienteilnehmer sollten mit Hilfe eines Online-Fragebogens angeben, wie oft sie im Alltag welche Lebensmittel konsumieren. Die Forscher stellten dafür insgesamt 3300 Produkte zur Verfügung. Zudem wurden die Daten aus den Krankenakten der Studienteilnehmer über einen Zeitraum von fünf Jahren hinweg herangezogen.

Es zeigte sich, dass bei denjenigen, die täglich zehn Prozent hochverarbeitete Fertigprodukte aßen, das individuelle Risiko an Krebs zu erkranken, um insgesamt 12 Prozent anstieg. Das Risiko an Brustkrebs zu erkranken, stieg um elf Prozent, schreiben die Forscher über ihre Ergebnisse. Es zeigte sich auch, dass nach dem Herausrechnen von Faktoren wie Alter, Geschlecht, Familiengeschichte, Rauchen oder Bewegung, die ebenfalls auf die Entstehung von Krebs Einfluss haben, immer noch relevant war.

Nicht jedes Fertigprodukt ist hochverarbeitet

Die Forscher betonten zudem, dass nicht so stark verarbeitete Lebensmittel wie beispielsweise Dosengemüse das Krebsrisiko nicht ansteigen ließen. Bei Probanden, die sich hauptsächlich von frischen und kaum verarbeitetem Lebensmitteln ernährten, sank das Risiko an Krebs zu erkranken sogar.

Auch wenn die Ergebnisse, wie bei jeder anderen Ernährungsstudie auch, keine Ursache-Wirkung-Zusammenhänge zulassen, geben sie zumindest Hinweise auf die Wirkung von hochverarbeiteten Lebensmittel auf den menschlichen Körper. Die Forscher sind sich darüber bewusst. Sie wollen die Zusammenhänge zwischen dem Verzehr von hochverarbeiteter Nahrung und Gesundheit weiterhin untersuchen. Ziel ist es zudem herauszubekommen, welche Stoffe die Krebsbildung besonders fördern. Die Ergebnisse sind auf "TheBMJ" veröffentlicht worden.

Quelle: n-tv.de, jaz

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