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Hinweis auf Wassereis Forscher entdecken Opal in Meteorit

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Einschlüsse in Meteorit EET 83309: Opale können bis zu 30 Prozent Wasser enthalten.

(Foto: picture alliance / dpa)

2011 finden Wissenschaftler erstmals Opalfragmente in einem Meteoriten. Es ist eine Sensation, denn der Edelstein weist auf die Existenz von Wasser hin. Nun entdecken britische Forscher in der Antarktis erneut extraterrestrische Spuren des Minerals.

Asteroiden, Kometen und Meteoroiden

Millionen von Asteroiden und Kometen rasen durch das Sonnensystem. Unterschieden werden sie vor allem anhand ihrer Zusammensetzung; ganz klar definiert ist der Unterschied allerdings nicht.

ASTEROIDEN sind die kleineren Geschwister der Planeten, sie bestehen aus Gestein und Metallen. Weil sie klein und leicht sind, bleibt ihre Bahn um die Sonne nicht unbedingt konstant, sondern kann sich durch die Gravitationskräfte anderer Körper verändern.

KOMETEN sind Überbleibsel der Entstehung des Sonnensystems und bestehen aus Gestein sowie flüchtigen Stoffen wie Wasser und Gasen. Die "schmutzigen Schneebälle" entwickeln darum in Sonnennähe typischweise einen oft Millionen Kilometer langen Schweif. Für sehr kleine Objekte mit weniger als einigen Dutzend Metern Durchmesser wurde die Bezeichnung METEOROIDEN eingeführt. Verglühen sie beim Eintritt in die Erdatmosphäre nicht komplett, sondern erreichen noch den Boden, werden sie METEORITEN genannt. Jeden Tag gelangen etliche Tonnen kosmischen Materials auf die Erde, allerdings zum größten Teil als Staub.

Forscher haben in einem Meteoriten aus der Antarktis kleine Stückchen Opal entdeckt. Es sei das erste Mal, dass Spuren des Edelsteins auf einem Meteoriten gefunden worden seien, der von einem Asteroiden stammt, betonte das Team um Hilary Downes vom Londoner Birkbeck College in einer Mitteilung. Zuvor sei Opal nur einmal in einem Meteoriten vom Mars entdeckt worden. Die Wissenschaftler stellen ihren Fund an diesem Montag auf der Tagung der Königlich-Britischen Astronomiegesellschaft in Nottingham vor.

Opal besteht chemisch aus Siliziumdioxid (SiO2) und kann bis zu 30 Prozent Wasser enthalten. Der untersuchte Meteorit mit der Katalognummer EET 83309 stammt den Analysen zufolge von einem Asteroiden. Die Opalfragmente seien daher ein weiterer Beleg, dass Asteroiden größere Mengen Wassereis enthalten können.

Spuren anderer Meteoriteneinschläge

"Unsere Befunde zeigen, dass sich der Opal gebildet hat, bevor der Meteorit aus der Oberfläche des Mutterasteroiden herausgeschlagen wurde, um schließlich auf der Erde in der Antarktis zu landen", sagte Downes. Möglicherweise sei das Wasser seinerseits einmal mit Meteoriten auf den Mutterasteroiden gelangt, wodurch der Opal erst entstehen konnte, vermuten die Forscher.

EET 83309 trage zahlreiche Spuren anderer Meteoriteneinschläge, die auf den Mutterasteroiden trafen. Diese Meteoriten hätten Material aus anderen Regionen des Sonnensystems herangebracht.

Die Untersuchung stützt die Theorie, dass das Wasser der Erde zumindest zum Teil von Asteroiden stammt. "Obwohl wir uns zu Recht um die Folgen eines großen Asteroideneinschlags sorgen, haben sie vor Milliarden Jahren möglicherweise das Wasser auf die Erde gebracht und geholfen, sie zu der vor Leben wimmelnden Welt zu machen, in der wir heute leben", erläuterte Downes.

Quelle: ntv.de, abe/ath/dpa