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Folgen des Klimawandels?Forscher erwarten Rekord-El-Niño

07.07.2026, 17:28 Uhr
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Anscheinend ist dieser Hitze-Sommer nur der Anfang - Kinder kühlen sich in den Fontänen eines Springbrunnens in Madrid, Spanien ab. (Foto: IMAGO/JNA Press)

"El Niño" ist zurück - und offenbar heftiger denn je. Forscher erwarten einen neuen Rekord, dessen Auswirkungen sich wahrscheinlich erst nächstes Jahr zeigen werden. Aber ist das Wetterphänomen auch der Grund für die derzeitigen extremen Hitzeperioden in Deutschland und Europa?

Das Wetterphänomen El Niño dürfte laut einem maßgeblichen internationalen Forschungsinstitut diesmal so stark ausfallen wie noch nie und damit zu besonders häufigen und schweren Extremwetter-Ereignissen beitragen. Die Vorhersagemodelle deuteten auf einen "extremen" El Niño hin, erklärte Tim Stockdale vom unabhängigen Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF), der sich seit drei Jahrzehnten mit dem Wetterphänomen beschäftigt.

Aus seiner Sicht sei es "absolut wahr zu sagen, dass wir noch nie eine Vorhersage eines El Niño hatten, der so stark und stetig in den (Vorhersage-)Modellen war", sagte Stockdale bei einer Pressekonferenz. Es wäre "eine sehr, sehr große Überraschung", wenn dies kein Rekord-El-Niño werde.

Dauert bis zu zwölf Monate

Das Wetterphänomen El Niño führt zu einer Erwärmung der Temperaturen an der Oberfläche des zentralen und östlichen Pazifiks und sorgt weltweit für Veränderungen von Wind, Luftdruck und Regenfällen. Dies verursacht wiederum in einigen Erdregionen Dürren, in anderen hingegen Überflutungen.

Das Phänomen tritt alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert typischerweise zwischen neun und zwölf Monaten. Zusammen mit dem menschengemachten Klimawandel hatte der letzte El Niño dazu beigetragen, dass 2023 global das zweitheißeste und 2024 das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen waren.

Aktuelle Rekordtemperaturen nicht Schuld von El Niño

Allerdings ist nicht nur El Niño schuld an den extrem hohen Temperaturen, wie sie jüngst auch in Deutschland gemessen wurden. Forschern zufolge wäre die Hitzewelle Ende Juni in West- und Mitteleuropa in diesem Ausmaß ohne Effekt des menschengemachten Klimawandels nahezu ausgeschlossen.

Sowohl die Tageshöchsttemperaturen als auch die Nachttemperaturen wären zu dieser Jahreszeit vor 50 Jahren "praktisch unmöglich", betonen die Wissenschaftler der Organisation World Weather Attribution - und auch zu anderen Jahreszeiten unwahrscheinlich. Eine Hitzewelle im damaligen Klima wäre rund 3,5 Grad weniger heiß gewesen, heißt es. Der Klimawandel sei der maßgebliche Treiber hinter den rekordverdächtigen aktuellen Temperaturen.

Die Klimaforscher um die deutsche Wissenschaftlerin Friederike Otto, die am Imperial College London forscht, berechnen bei Extremwetterereignissen, welchen Anteil der Klimawandel daran hat. Dafür nutzen sie etwa tatsächlich beobachtete Daten und vergleichen diese mit historischen Daten sowie Modellierungen dazu, wie sich bestimmte Szenarien ohne den Effekt der Erderwärmung entwickelt hätten.

"Wir klingen wie eine kaputte Schallplatte"

Mit Blick auf die aktuellen Extremtemperaturen berechnete das Team, dass die hohen Nachttemperaturen im heutigen Klima rund 100-mal wahrscheinlicher geworden sind, als sie es noch im Jahr 2003 waren - einem Jahr, in dem Europa ebenfalls eine heftige Hitzewelle erlebte. Die derzeit gemessenen Tageshöchsttemperaturen sind demnach in dieser Zeit rund zehnmal wahrscheinlicher geworden.

Die Forscher schlossen zudem aus, dass das erwartete natürliche Klimaphänomen El Niño eine Rolle für die aktuelle Hitzewelle spielt. Es hat eher weniger Auswirkungen auf das Klima in Europa.

"Wissenschaftler wie ich klingen langsam wie eine kaputte Schallplatte", betont Friederike Otto laut Mitteilung. "Ja, das ist der Klimawandel, ja, wir sind dafür verantwortlich, nein, es liegt nicht an El Niño, ja, wir haben die Lösungen, nein, wir setzen sie nicht schnell genug um."

Quelle: ntv.de, kaz/AFP/dpa

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