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Mysteriöser Tiefseebewohner Forscher finden "Fisch ohne Gesicht"

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Der rätselhafte Fisch hat keine sichtbaren Augen oder Nase.

(Foto: picture alliance / Asher Flatt/M)

Es gibt ihn wirklich: Ein Fisch, der weder Augen noch Nase hat, schwimmt in der Tiefsee vor Australien umher. Forscher finden nun ein Exemplar dieser Art, die bisher nur einmal zuvor gesichtet wurde - und das ist 140 Jahre her.

Tiefsee-Forscher haben vor Australien zum ersten Mal seit mehr als 140 Jahren einen sogenannten Fisch ohne Gesicht gefunden. Das Tier sei in der Nähe der Jarvis-Bucht in etwa 4000 Metern Tiefe entdeckt worden, sagte die Wissenschaftlerin Diane Bray von Bord des Forschungsschiffes "Investigator" aus. "Er hat keine sichtbaren Augen oder eine Nase und das Maul liegt auf der Unterseite."

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Der Fisch ist in der Nähe der Jarvis-Bucht in etwa 4000 Metern Tiefe entdeckt worden.

(Foto: picture alliance / Asher Flatt/M)

Der etwa 40 Zentimeter lange Fisch habe zudem eine eigenartige Tropfenform, ein bisschen wie ein Oktopus, sagte Bray. "Er ist wirklich seltsam." 1873 war demnach von der Besatzung eines britischen Forschungsschiffes ein Exemplar vor Papua-Neuguinea entdeckt worden, seitdem bekamen sich weder Mensch noch Fisch gegenseitig zu Gesicht.

Das Team von 40 Wissenschaftlern untersucht seit Mitte Mai und noch bis Mitte Juni die Tiefsee östlich des Kontinents zwischen der Insel Tasmanien und Brisbane im Bundesstaat Queensland. Gesammelt wurde bereits eine Reihe von Lebewesen, darunter Meereswürmer, winzige Krustentiere, biolumineszente Seesterne und tellergroße Asselspinnen - die nicht zu den Spinnentieren gerechnet werden, sondern eine eigene Gruppe bilden. "Wir haben unglaubliche Dinge gesehen", sagte Bray.

Daten zum Schutz vor Klimawandel

Die gesammelten Daten seien ungeheuer wichtig für die Erforschung des Tiefsee-Lebensraumes vor Australien, seiner Artenvielfalt und der ökologischen Abläufe dort, hatte Expeditionsleiter Tim O'Hara zu Beginn der Mission erklärt. "Das wird zum Schutz und dem ökologischen Management der Tiefsee beitragen und helfen, sie vor den Auswirkungen von Klimawandel, Verschmutzung und anderen menschlichen Aktivitäten zu schützen."

Die Bewohner der Tiefsee halten immer wieder Überraschungen für Forscher bereit. So gelang es Wissenschaftlern vor Kurzem, Filmaufnahmen von einer schwer auffindbaren Krakenart zu machen, über deren Lebensweise bisher nichts bekannt war. Es stellte sich heraus, dass die Art sich bevorzugt von Quallen ernährt.

Quelle: n-tv.de, kst/dpa

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