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Novum in Thüringer Park Goldschakal tappt erstmals in Fotofalle

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Eindeutig ein Goldschakal, sagen Experten. Das Tier tappte in eine Fotofalle.

(Foto: dpa)

Er ist schon öfter in Deutschland gesichtet worden, nun ist es erstmals in Thüringen passiert: Ein Goldschakal tappt dort in einem Nationalpark in eine Fotofalle. Was die wilden Tiere vom Balkan zu uns treibt, ist ungeklärt. Es gibt aber eine plausible Theorie.

In Thüringen ist erstmals ein Goldschakal per Foto nachgewiesen worden. Das Raubtier sei am Abend des 1. August von einer Fotofalle im Nationalpark Hainich aufgenommen worden, sagte der Leiter des Nationalparks in Nordwestthüringen, Manfred Großmann.

Der Park zog sogar Experten aus den USA und Slowenien hinzu, die bestätigt hätten, dass es sich um einen Goldschakal handele. Die Tiere sind Artverwandte von Hunden und Wölfen und eigentlich auf dem Balkan und in Asien heimisch. Großmann zufolge wandern sie seit Jahren auch nach Mitteleuropa. Der Grund dafür sei nicht eindeutig geklärt, sagte Großmann auf Nachfrage von n-tv.de. Möglicherweise hänge es mit dem Klimawandel zusammen. Die milderen Temperaturen könnten den Schakal anlocken. "Das könnte eine plausible Erklärung sein."  

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Hier ein Goldschakal, der 2016 im Bayerischen Wald fotografiert wurde.

(Foto: Nationalpark Bayerischer Wald/LfU/dpa)

Großmann zufolge ist es aber nicht der erste Fotofallen-Nachweis in Deutschland. Zuvor seien bereits Tiere im Bayerischen Wald abgelichtet worden. Erstmals seien Goldschakale vor rund 20 Jahren in Deutschland nachgewiesen worden, eine feste Population gebe es aber hierzulande nicht.

Einzelne Tiere legten manchmal Hunderte Kilometer zurück, sagte Großmann. Auch in den Niederlanden sei schon ein Goldschakal nachgewiesen worden. "Es war aber eigentlich nur eine Frage der Zeit, dass ein Goldschakal hier mal in eine Fotofalle geht", so der Nationalparkleiter.

Goldschakale (Canis aureus) haben ihren Namen vom zumeist goldgelb gefärbten Fell, sie sind größer als Füchse und kleiner als Wölfe. Sie gelten als Allesfresser und ernähren sich von Fischen, Mäusen und Aas sowie von Pflanzen. Auch Hausmüll locke sie an. Für den Menschen seien Goldschakale völlig ungefährlich, sagte Großmann zu n-tv.de. Auch Übergriffe auf Ziegen und Schafe seien sehr selten.

Quelle: n-tv.de, vpe/dpa

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