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Interessant für Hobby-Astronomen Großer Asteroid fliegt an Erde vorbei

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Im Abstand von fünf Millionen Kilometern - das ist etwa 10.000 Mal von Berlin nach München - fliegt "2000 QW7" an der Erde vorbei. Mit dem bloßen Auge sieht man wohl eher nichts.

(Foto: picture alliance/dpa)

Immerhin 370 Meter groß - doch zu weit weg für Profis: Wenn in der Nacht zu Sonntag "2000 QW7" die Erde passiert, wird bei der Esa niemand nervös. Doch für alle Amateure könnte sich das Ereignis lohnen. Denn bis 2068 passiert dann erst einmal nichts Vergleichbares.

Himmelsgucker können in der Nacht auf Sonntag einen vergleichsweise großen Asteroiden beim Passieren der Erde beobachten. Der 370 Meter große Brocken fliege mit einem Abstand von rund fünf Millionen Kilometern an der Erde vorbei und stelle keine Gefahr für den Planeten dar, sagte Detlef Koschny, Asteroiden-Experte bei der europäischen Raumfahrtagentur Esa.

Asteroiden, Kometen und Meteoroiden

Millionen von Asteroiden und Kometen rasen durch das Sonnensystem. Unterschieden werden sie vor allem anhand ihrer Zusammensetzung; ganz klar definiert ist der Unterschied allerdings nicht.

ASTEROIDEN sind die kleineren Geschwister der Planeten, sie bestehen aus Gestein und Metallen. Weil sie klein und leicht sind, bleibt ihre Bahn um die Sonne nicht unbedingt konstant, sondern kann sich durch die Gravitationskräfte anderer Körper verändern.

KOMETEN sind Überbleibsel der Entstehung des Sonnensystems und bestehen aus Gestein sowie flüchtigen Stoffen wie Wasser und Gasen. Die "schmutzigen Schneebälle" entwickeln darum in Sonnennähe typischweise einen oft Millionen Kilometer langen Schweif. Für sehr kleine Objekte mit weniger als einigen Dutzend Metern Durchmesser wurde die Bezeichnung METEOROIDEN eingeführt. Verglühen sie beim Eintritt in die Erdatmosphäre nicht komplett, sondern erreichen noch den Boden, werden sie METEORITEN genannt. Jeden Tag gelangen etliche Tonnen kosmischen Materials auf die Erde, allerdings zum größten Teil als Staub.

"Spannend sind Asteroiden, die innerhalb der Mondbahn mit bis zu 400.000 Kilometern Abstand an der Erde vorbeifliegen", erklärte Koschny. Alles, was weiter weg sei, beobachte die Esa nicht.

Der im Jahr 2000 entdeckte Körper "2000 QW7" stehe deshalb auch nicht auf der sogenannten Risikoliste der Raumfahrtagentur: "Auf der Liste sind nur die Asteroiden aufgeführt, die in den nächsten 100 Jahren theoretisch auf die Erde treffen könnten." Das sei bei "2000 QW7" definitiv nicht der Fall.

Bemerkenswert sei allerdings die Größe des Asteroiden: Wäre er auf der derzeit 880 Asteroiden umfassenden Risikoliste, so würde er sich in puncto Größe in die Top 20 einsortieren. Amateur-Astronomen mit einem durchschnittlichen Teleskop können den Himmelskörper Koschny zufolge bei seinem Vorbeiflug sehen.

Den nächsten sogenannten Flyby des Asteroiden erwarten die Experten im Jahr 2068 - dann ist er mit einer Entfernung von 15 Millionen Kilometern allerdings noch sehr viel weiter von der Erde weg als an diesem Wochenende.

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Quelle: n-tv.de, tha/jwu/dpa

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