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95 Prozent transplantiert Haut von Zwillingsbruder rettet Brandopfer

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Die Haut wurde mit einer Spezialmaschine gestreckt, damit sie "wie eine Netzstrumpfhose" um den Körper gelegt werden konnte.

(Foto: imago)

Nach einem Arbeitsunfall mit schwersten Verbrennungen ringt ein 33-Jähriger mit dem Tod. Doch dann gelingt französischen Ärzten erstmals eine Hauttransplantation auf 95 Prozent der Körperfläche des Brandopfers. Die Haut stammt vom Schädel seines Zwillings.

Ein Schwerstverbrannter hat in Frankreich dank der Haut seines Zwillingsbruders überlebt. Chirurgen der Pariser Klinik Saint-Louis teilten mit, ihnen sei erstmals eine Hauttransplantation zwischen Zwillingen auf 95 Prozent der Körperfläche gelungen. Der leitende Chirurg Maurice Mimoun sagte, bisher seien solche Verpflanzungen nur auf einer Fläche von bis zu 68 Prozent erfolgreich gewesen.

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Der 33-jährige Patient hatte im September 2016 bei einem Arbeitsunfall lebensgefährliche Verbrennungen erlitten. Sieben Tage nach seiner Einlieferung in die Klinik transplantierten die Ärzte ihm in mehreren Stufen Haut seines eineiigen Zwillingsbruders.

Dafür wurden nach Angaben der Ärzte fünf bis zehn Zentimeter große Schichten unter anderem vom Schädel und Rücken des Zwillingsbruders entnommen, wo die Haut besonders schnell nachwächst. Die so gewonnene Haut wurde dann mit einer Spezialmaschine gestreckt, sodass sie "wie eine Netzstrumpfhose" um den Körper des Brandopfers gelegt werden konnte, berichtet Mimoun.

Der Bruder sei "äußerst glücklich", seinem Zwilling geholfen zu haben, sagte der Chirurg. Das Brandopfer mache gesundheitlich gute Fortschritte, die Haut im Gesicht und an den Händen habe sich schon sehr gut erholt.

Quelle: n-tv.de, ftü/AFP