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Studie zu Corona-Mutante Hinweise auf veränderte Symptome bei B.1.1.7

Die zuerst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante könnte nicht nur ansteckender und tödlicher sein - auch bei den Symptomen zeigt sie Eigenheiten. So kommt es laut einer Befragung seltener zum Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns. Andere Symptome hingegen scheinen häufiger zu sein.

Einer Studie der britischen Statistikbehörde ONS (Office for National Statistics) zufolge sind die Symptome bei der zuerst in Großbritannien entdeckten Coronavirus-Variante leicht anders als bei der bislang vorherrschenden. Husten, Müdigkeit, Glieder- und Halsschmerzen treten demnach etwas häufiger auf. Der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns hingegen etwas seltener. Keinen Unterschied gibt es demnach bei der Häufigkeit von Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Durchfall oder Erbrechen. Befragt wurden 6000 zufällig ermittelte Personen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Unterdessen gab die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekannt, dass die neuen Varianten inzwischen in 70 Ländern nachgewiesen worden ist. Das waren zehn Länder mehr als eine Woche zuvor. Auch für die zunächst in Südafrika nachgewiesene Mutante verzeichnete die WHO ein größeres Verbreitungsgebiet. Die Zahl der betroffenen Länder stieg innerhalb von einer Woche um acht auf 31. Für die zuerst in Brasilien aufgetauchte Mutante gab die WHO nun an, dass acht statt zuvor sechs Länder betroffen seien.

Bei Viren treten stetig zufällige Veränderungen im Erbgut auf, Mutationen genannt. Manche verschaffen dem Erreger Vorteile - etwa, indem sie ihn leichter übertragbar machen. Die in Großbritannien aufgetretene Variante B.1.1.7 ist nach Ansicht britischer Experten 30 bis 70 Prozent leichter übertragbar als die bislang vorherrschende. Hinweise, dass sie auch häufiger zu tödlichen Verläufen von Covid-19 führen könnte, beruhen bislang nur auf einer sehr unsicheren Datenlage, wie Experten betonen. Die WHO betonte jedoch, dass diese Angaben auf "vorläufigen" Studienergebnissen basierten und für eine Verifizierung weitere Analysen nötig seien.

Die WHO erklärte weiter, bei der in Südafrika festgestellten Variante 501Y.V2 gebe es Hinweise darauf, dass diese weniger "empfänglich für eine Antikörper-Neutralisierung" sei als die Ursprungsvariante. Einige Experten befürchten deshalb, dass diese Mutante zu mehr Zweitansteckungen mit dem Coronavirus führen könnte und möglicherweise auch Auswirkungen auf die Wirksamkeit von Corona-Impfstoffen haben könnte. Laut WHO sind jedoch auch hier weitere Studien nötig.

Quelle: ntv.de, kst/dpa/AFP