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Labyrinth gegen den Teufel Hunderte "Hexenzeichen" in Höhle entdeckt

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Ein umgedrehtes "M" steht für die Jungfrau Maria - die Symbole sollen böse Geister im Zaum halten.

(Foto: Creswell Heritage Trust)

Während einer Führung durch ein System von Kalksteinhöhlen machen zwei Teilnehmer in England eine aufsehenerregende Entdeckung: Bei in den Fels geritzten Symbolen handelt es sich um sogenannte "Hexenzeichen". Ihre Bedeutung ist zum Teil bereits bekannt.

In einer für ihre Eiszeitkunst bekannten Höhle in England ist die bisher größte Konzentration an "Hexenzeichen" in Großbritannien entdeckt worden. Wie die staatliche Denkmalpflegebehörde "Historic England" in einer Mitteilung bekannt gab, wurden die Zeichen in einer Gruppe von Kalksteinhöhlen mit dem Namen "Creswell Crags" in der Grafschaft Nottinghamshire gefunden. Das Höhlensystem wird bereits seit 60.000 Jahren durch Menschen und Neandertaler genutzt.

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Die Besonderheit der Zeichen wurde erst im Oktober 2018 von zwei Teilnehmern einer Führung entdeckt. "Diese Zeichen waren die ganze Zeit über klar zu sehen", wunderte sich der damalige Führer der Tour, John Charlesworth. "Da frage ich mich, welche Überraschungen die Höhle noch bereithält."

Die in die Höhlenwände geritzten Zeichen dienten wohl dazu, Unheil abzuwehren und dunkle Kräfte davon abzuhalten, aus der Unterwelt emporzusteigen. Ursprünglich wurden die Hunderte von Zeichen für Graffiti gehalten, nun haben Forscher sie jedoch neu eingeordnet.

Das "doppelte V" ist häufig

Unter den in den Höhlen entdeckten Zeichen findet sich besonders häufig das "doppelte V", das an ein auf dem Kopf stehendes "M" erinnert, ein Zeichen, welches als "Virgin of Virgins", also "Jungfrau der Jungfrauen", interpretiert wird und als Referenz auf die Jungfrau Maria gilt. Auch die Buchstaben "PM", die wohl für "Pace Maria", also "Friede Maria" stehen, wurden in der Höhle gefunden. Diagonale Linien, Kästen und Labyrinthe werden als Symbole verstanden, die den Teufel einfangen oder festsetzen sollen.

Es ist unklar, in welcher Zeit die Zeichen in den Fels geritzt wurden. Andere Symbole dieser Art wurden jedoch vor allem an Kirchen entdeckt und entstanden zwischen 1550 und 1750. Derartige Zeichen finden sich meist in der Nähe der Eingänge zum Gebäude - vor allem an Türen, Fenstern aber auch an Feuerstellen. Auch der Tower in London weist "Hexenzeichen" zum Schutz vor dunklen Kräften auf.

Quelle: n-tv.de, kst

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