Wissen
Indien gelingt mit "Mangalyaan" als erstem asiatischen Land eine Marsmission.
Indien gelingt mit "Mangalyaan" als erstem asiatischen Land eine Marsmission.(Foto: Twitter/MarsOrbiter)
Mittwoch, 24. September 2014

Mangalyaan erforscht Roten Planeten: Indien glückt erste Marsmission

Die meisten der insgesamt 51 Missionen von der Erde zum Mars sind gescheitert, nur 21 sind geglückt. Doch Indien schafft es gleich im ersten Versuch. "Mangalyaan" kreist nun erfolgreich um den Roten Planeten. Da gratuliert sogar die Nasa.

Indien hat als erstes asiatisches Land eine Sonde erfolgreich zum Mars geschickt. Die "Mars Orbiter Mission" hat gleich im ersten Versuch die Umlaufbahn des Roten Planeten erreicht, wie der indische Premierminister Narendra Modi mitteilte.

Datenschutz

Das unbemannte Raumfahrzeug "Mangalyaan" (Hindi für Mars-Gefährt) hatte seinen mehr als 660 Millionen Kilometer langen Flug am 5. November 2013 angetreten und soll nun sechs Monate lang in einer Höhe von rund 500 Kilometern über der Mars-Oberfläche kreisen.

"Glückwunsch an alle, an das gesamte Land", sagte Modi, der das historische Ereignis per Live-Übertragung verfolgt hatte. "Heute wurde Geschichte geschrieben."

Mit geplanten Gesamtkosten von umgerechnet etwa 57 Millionen Euro gilt die indische Marsmission als vergleichsweise günstig. Ihre hochmodernen Sensoren sollen die Marsatmosphäre untersuchen und nach Spuren von Methan als Beleg für die Existenz primitiver Organismen suchen. Experten erwarten aber keine großen neue Erkenntnisse. Vielmehr will Indien zeigen, dass es zu einer Mission im interplanetaren Raum fähig ist.

Indien triumphiert, wo China und Japan scheiterten

Für die Atommacht Indien, deren Mondmission 2008 Wasser auf dem Erdtrabanten nachwies, ist die Mission eine große Genugtuung. Indien hat sich einen Namen mit preiswerten industriellen und technologischen Innovationen gemacht. Zudem sind bisher mehr als die Hälfte aller Marsmissionen gescheitert, darunter Versuche Chinas und Japans in den Jahren 2011 und 2003. Flugkörper aus den USA, Russland und Europa hatten den Roten Planeten bereits erreicht.

Am Sonntag hatte nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa der unbemannte Roboter "Maven" mit der Umrundung des Mars begonnen. "Maven" soll erkunden, wie sich das ursprünglich warme und feuchte Klima des Planeten im Laufe von mehreren Milliarden Jahren zu einem trockenen, kalten Klima wandeln konnte. Die Forscher erhoffen sich davon auch Aufschluss über die Frage, ob es einst Leben auf dem Mars gab.

Quelle: n-tv.de