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Überraschung für Botaniker Kartoffeln sind Fleischfresser

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Eine Kartoffelpflanze.

(Foto: Sparkie, pixelio)

Kartoffeln und Tomaten gehören zu den fleischfressenden Pflanzen. Das haben Wissenschaftler des Royal Botanical Gardens Kew in London herausgefunden. Beide Pflanzenarten haben an ihren Stengeln klebrige Härchen, mit denen sie kleine Insekten töten. Die Tiere fallen herab und die Nutzpflanzen nehmen nach und nach die Nährstoffe aus den toten Tieren über ihre Wurzeln auf.

Nach Meinung der Forscher entwickelten die Wildformen der heutigen Kulturpflanzen diesen Mechanismus, um auch auf armen, ungedüngten Böden überleben zu können. Doch auch in den heutigen, intensiv gezüchteten Sorten blieb diese Fähigkeit der Nährstoffgewinnung erhalten. Neben Tomaten und Kartoffeln konnte der Mechanismus auch bei vielen weiteren Pflanzenarten nachgewiesen werden, etwa für Petunien, Ziertabak oder das Hirtentäschelkraut.

Die Wissenschaftler gehen deshalb davon aus, dass die Zahl der fleischfressenden Pflanzen allgemein unterschätzt wird. Ihrer Ansicht nach gibt es 50 Prozent mehr fleischfressende Arten, wenn man die bisher als "harmlos" eingestuften Pflanzen einbezieht.

Quelle: n-tv.de, jze/aid

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