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Erreger in Nagern Katze steckt Mann mit Hasenpest an

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Hauskatze mit einer Maus.

(Foto: imago/Karina Hessland)

Haustiere sind beliebte Begleiter. Viele Katzen sollen darüber hinaus Haus und Hof vor Ratten und Mäusen schützen. Doch manchmal ziehen die Katzen selbst den Kürzeren und gefährden auch noch ihre Halter.

Ein Mann aus Missouri, USA, stellt sich mit Fieber, Nackenschmerzen und ungewöhnlich großen, dunklen Beulen am Hals in einer Klinik vor. Die Ärzte sind zunächst ratlos. Bei dem 68-Jährigen werden außerdem große Lymphknoten diagnostiziert. In weiteren Gesprächen mit dem Patienten stellt sich schließlich heraus, dass die Katze des Rentners zwei Tage, bevor sich bei ihm die Symptome einstellten, gestorben war. Ein Tierarzt gab Leukämie als Todesursache an. Doch diese Angabe, die der Tierarzt ohne Blutuntersuchungen des Tieres gemacht hatte, erwies sich später als falsch.

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Bei der Untersuchung des Blutes des Mannes stellte sich nämlich heraus, dass er sich mit Francisella tularensis infizierte hatte. Die Baktieren verursachen die sogenannte Tularämie. Da die Infektion auch bei Menschen oftmals schwer verläuft und sogar lebensbedrohlich werden kann, verabreichten die behandelnden Ärzte sofort ein Antibiotikum, das der Mann vier Wochen lang einnehmen musste. Bereits nach fünf Tagen zeigte das Mittel Wirkung. Das Fieber sank und die großen Beulen bildeten sich nach und nach vollständig zurück. Nach der Therapie war der Mann wieder gesund.

Die Ärzte gehen davon aus, dass sich der Mann bei seinem verstorbenen Haustier angesteckt hat. Hauskatzen können sich durch den Verzehr infizierter Beute, dazu können Hasen, Kaninchen und Mäuse gehören, selbst mit den Bakterien infizieren. Die Nager wiederum werden durch Parasiten wie beispielsweise Läuse, Flöhe oder Zecken infiziert.

Wenige Bakterien reichen aus

Tularämie ist eine hochansteckende, gefährliche Krankheit. Sie gehört zu den sogenannten Zoonosen. Es handelt sich also um eine Tierkrankheit, die auf den Menschen übertragen werden kann. Die Bakterien können auf verschiedene Weisen auf den Menschen übergehen: Insektenstiche, direkter Tierkontakt, Verzehr von erregerhaltigem Fleisch, Kontakt mit verunreinigtem Wasser oder Boden oder auch durch Einatmen sind als Übertragungswege möglich. Zur Infektion kommt es schon durch wenige Bakterien. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bisher nicht bekannt, kann aber nicht ausgeschlossen werden. Tularämie ist in Deutschland meldepflichtig.

Weil die Symptome der Erkrankung die der Pest ähneln, wird Tularämie umgangssprachlich auch als Hasenpest bezeichnet. In Deutschland werden jährlich 10 bis 20 Fälle gemeldet. Weil die Erkrankung relativ selten auftritt, aber sehr gefährlich ist, haben die behandelnden Ärzte ein Bild des Patienten aus Missouri und eine kurze Beschreibung bei "The New England Journal of Medicine" veröffentlicht.

Quelle: n-tv.de, jaz

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