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Medizinische Erfolgsgeschichte Kunstherz wird immer bedeutender

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An dem Modell eines Herzens ist der "HeartMate 3" als Unterstützungssystem angebracht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Etwa 1000 Menschen warten jährlich auf ein Spenderherz, nur 300 Organe stehen hingegen zur Verfügung. Aus diesem Anlass haben Mediziner in Hannover eine Methode entwickelt, die nun deutliche Erfolge aufzeigt.

Angesichts fehlender Spenderorgane gewinnen Kunstherzen nach Angaben der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) an Bedeutung. "Wir haben einen eklatanten Organspendermangel", sagte der Leiter des MHH-Bereichs Herzunterstützungssysteme, Jan Schmitto. Bundesweit werden demnach mittlerweile rund 1000 Kunstherzen verschiedener Hersteller pro Jahr implantiert. Nicht bei jedem Patienten ist das Kunstherz allerdings eine passende Alternative zu einem Spenderherz.

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Oberarzt Günes Dogan (l.) mit Kurt-Joseph M. und Jan Schmitto, Leiter des Profilbereichs Herzunterstützungssysteme an der Uniklinik Hannover.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das mechanische Gerät wird in die linke Herzkammer eingesetzt und hilft, das Blut durch den Körper zu pumpen. Ein Kabel verbindet es mit Steuerelektronik und Batterien, die in einer Tasche außerhalb des Körpers getragen werden. In Deutschland standen im vergangenen Jahr etwa 1000 Menschen auf der Warteliste für eine Herztransplantation, aber nur 300 Spenderherzen standen zur Verfügung.

Kurt-Joseph M. berichtete jetzt in Hannover von seinen Erfahrungen mit dem Kunstherz des Typs "HeartMate 3". Der 61-Jährige aus Hessen war vor fünf Jahren der weltweit erste Patient, dem dieses Gerät eingesetzt wurde. "Ich hatte keine Lebenschance mehr", sagte der MHH-Patient, dessen Herzleistung damals zeitweise nur noch 13 Prozent betragen hatte. Das Kunstherz sei "ein reiner Glücksfall" gewesen.

Quelle: n-tv.de, joh/dpa

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