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Hunderte Feuerwehr-Einsätze Pappelflaum brennt wie Zunder

Was wie Schneeflocken im späten Frühjahr aussieht, sind in Wahrheit Pappelsamen, die durch die Luft fliegen. In diesem Jahr gibt es besonders viele davon. Ein Grund, weshalb Feuerwehren öfter ausrücken müssen, denn das Zeug brennt wie Zunder.

Wenn an einem heißen Frühlingstag weiße Flocken durch die Luft stieben, handelt es sich dabei nicht um Schnee, sondern um die Samen von Pappeln, die in sogenannten Fruchtwandfasern wie in Watte eingebettet sind. Die leichte Umhüllung dient den Samen als Flugunterstützung. Sie können so mit dem Wind bis zu 50 Kilometer weit getragen werden, um dann zur Erde zu fallen und im besten Falle zu keimen. Ein Baum kann bis zu 25 Millionen Samen einschließlich den umhüllenden Flaum pro Jahr produzieren.

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Pappelsamen mit Samenhaaren, die auch als Pappelwolle oder Pappelflaum bezeichnet wird.

(Foto: Rasbak, wikipedia)

Doch trotz Wind legt sich der Großteil der Pappelsamen irgendwann auf die Erde. Der Flaum, der sich dann an Bordsteinkanten und Straßenrändern ansammelt, kann sich wegen seiner speziellen Beschaffenheit besonders schnell entzünden. Alleine die Berliner Feuerwehr musste wegen Bränden der Pappelwolle in diesem Frühjahr mehr als 150 Mal ausrücken. Da stellt sich schnell die Frage, wie es zu solchen Bränden kommt.

"In 99 Prozent der Brände mit Pappelwolle ist Unachtsamkeit der Grund", erklärt der Sprecher der Berliner Feuerwehr Bernd Bruckmoser im Gespräch mit n-tv.de. Eine weggeworfene Zigarettenkippe oder ein fliegender Funke von einem Grill oder Lagerfeuer reichten da meist schon aus, um den leichten Flaum zum Brennen zu bringen, so der Experte. Nur ganz selten entzündet sich dagegen die Pappelwolle durch den sogenannten Brennglas-Effekt. Selbstentzündung der Pappelwolle, über die auf sozialen Plattformen im Internet hin und wieder spekuliert wird, schließt der Experte dagegen kategorisch aus. Es ist möglich, dass die Art und Weise, wie die Pappelwolle brennt, fälschlicherweise als Selbstentzündung interpretiert wird. Denn fängt der Flaum aus der Natur erst einmal Feuer, dann brennt er innerhalb weniger Sekunden nieder. Die Gefahr dabei: Das Feuer kann im schlimmsten Fall auf andere Materialien übergehen.

Viel Flaum, viele Brände

Auch wenn es in jedem Frühjahr oder Frühsommer zu solchen Bränden kommt, ist die Anzahl in diesem Jahr besonders groß. Grund dafür sind die Tage mit hohen Temperaturen bei gleichzeitiger Trockenheit. Bei diesen Voraussetzungen schicken die Bäume fast gleichzeitig ihre Samen los und es schwebt besonders viel Pappelflaum in der Luft oder liegt schon am Boden.

Auch wenn die Flocken in der Luft vor allem beim Fahrradfahren stören können, Pollenallergiker müssen sich bei Pappelflaum keine Sorgen machen. Die Samen und ihre umhüllende Zellulosefasern lösen keine Allergien aus. Sie gelten als hypoallergen und werden als feinste Hohlfasern weltweit sogar als Füllstoff für Bettdecken und Kissen mit besonders guten wärme- und feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften benutzt.

Quelle: ntv.de, jaz

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