Wissen

Gigant in der Antarktis Riesen-Eisberg kommt nicht vom Fleck

83fd1c698fc5dc7f9c1122907780080a.jpg

Im Moment hat die Strömung noch keine Angriffsfläche gefunden, um A68 fortzutreiben.

(Foto: dpa)

Der abgebrochene Eisberg A68 wackelt seit einem Monat am Larsen-C-Schelfeis hin und her. Die Vorhersagen der Wissenschaftler bewahrheiten sich damit nicht. Aber nur vorerst: Im antarktischen Sommer könnte der Gigant seine Reise ins Meer beginnen.

Der vor einem Monat in der Westantarktis abgebrochene Eisberg A68 hat sich bisher kaum von der Stelle bewegt. "Im Moment scheint er nicht richtig weg zu kommen", sagte Daniela Jansen, Glaziologin am Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI). Die Strömung habe noch keine Angriffsfläche an dem Giganten gefunden, um ihn mit sich fortzutreiben.

A68 ist einer der größten Eisberge, die je beobachtet wurden. Er wiegt laut AWI mehr als eine Gigatonne und hat eine Fläche von 5800 Quadratkilometern. Der Eisberg wackle in der Bucht im Larsen-C-Schelfeis hin und her, die durch seine Ablösung in der Zeit vom 10. bis 12. Juli entstanden war, sagte Jansen. Dabei habe sich der Koloss bereits ein bisschen gedreht, so dass sich der Spalt zur Schelfeiskante in Richtung Süden schon verbreitert habe. Schelfeis schwimmt auf dem Meer, wird von Gletschern gespeist und wächst immer weiter ins Meer, bis Teile abbrechen.

Die Wissenschaftlerin rechnet nun damit, dass sich an der Position des Eisbergs erst im antarktischen Sommer etwas ändern werde. Jetzt im Winter drücke zu viel Meereis gegen den Giganten. Im Sommer verziehe sich das zu Eis gefrorene Meerwasser vor der Küste. Nach dem Abbruch des Eisbergs hatten Wissenschaftler zunächst vorausgesagt, dieser werde ins Meer driften und innerhalb von zwei bis drei Jahren schmelzen.

Quelle: n-tv.de, nsc/dpa

Mehr zum Thema