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Aufregung unter Astronomen Signale der ersten Sterne im All aufgespürt

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Computergrafik der massiven blauen Sterne im Universum.

(Foto: National Science Foundation)

Astronomen empfangen Signale, die von den ersten Sternen im All stammen sollen. Die Entdeckung, die noch bestätigt werden muss, gilt als außerordentlich wertvoll und erregt die Gemüter der Wissenschaftler.

Astronomen haben zum ersten Mal Signale der allerersten Sterne empfangen, die vor 13,6 Milliarden Jahren - 180 Millionen Jahre nach dem Urknall - entstanden sind. Die bahnbrechende Entdeckung sei mit Hilfe eines kleinen Radioteleskops in Australien gelungen, teilten die Forscher im Wissenschaftsmagazin "Nature" mit. Sie gehen davon aus, dass sie das früheste Signal von kosmischen Wasserstoff eingefangen haben. Nun müsse man diese noch durch weitere Untersuchungen und stärkere Instrumente bestätigen.

"Das ist ein erstes Indiz dafür, dass sich die ersten Sterne bildeten und begannen, die Umgebung um sie herum zu beeinflussen", erklärt Alan Rogers vom Massachusetts Insitute of Technology, der an der Entdeckung beteiligt war. Doch die Signale aufzufangen ist schwierig, da viele Störgeräusche wesentlich stärker sein können.

Schnelle Abkühlung im Universum

Die Astrophysiker waren dennoch überrascht von der Intensität der Signale. Dies lasse vermuten, dass sich das Universum schneller als vermutet abgekühlt habe. Die neuen Erkenntnisse könnten dabei helfen, das Geheimnis der dunklen Materie besser zu verstehen, die für die Teleskope unsichtbar ist, aber mehr als ein Viertel des Universums ausmacht. Entdeckung und Einordnung der Signale ist das Ergebnis von zwölf Jahren Forschung unter der Leitung des Astronomen Judd Bowman von der Universität von Arizona.

"Das ist die wichtigste astronomische Entdeckung seit der Erkennung der Gravitationswellen im Jahr 2015", sagte Karl Glazebrook von der Universität Swinburne in Australien. "Die mutmaßliche Erkennung der Signatur der ersten Sterne im Universum wäre eine revolutionäre Entdeckung, wenn sie sich bewährt", sagte der Physiknobelpreisträger von 2011, Brian Schmidt, und räumte seine "Aufregung" ein.

Quelle: ntv.de, jaz/AFP

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