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Studie an Schulen in den USASo abgelenkt sind Schüler, wenn es kein Handyverbot gibt

11.03.2026, 12:39 Uhr
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Fast ein Drittel ihrer Schulzeit verbrachten Schüler vor dem Smartphone - wobei die Forscher nicht erfassten, ob die Nutzung während der Pausen- und Essenszeiten oder während des Unterrichts stattfand. (Foto: picture alliance / Shotshop)

Die Konzentrationsfähigkeit ist für den schulischen Erfolg entscheidend. Eine US-Studie zeigt nun, wie sehr die ständige Beschäftigung mit dem Smartphone die Aufmerksamkeit beeinträchtigt. Die Forscher selbst sind vom Ausmaß der Nutzung überrascht.

Wenn Mobiltelefone nicht aus Schulen verbannt sind, verbringen Schüler einer Studie zufolge sehr viel Zeit mit den Geräten. In einer US-Studie nutzten Schülerinnen und Schüler im Alter von 11 bis 18 Jahren die Handys durchschnittlich fast ein Drittel der Zeit ihres Schulbesuchs. Dabei war der Gebrauch bei den 15- bis 18-Jährigen deutlich intensiver als bei den Jüngeren. Insgesamt verbrachten die 79 Teilnehmer aus dem Südosten der USA durchschnittlich zwei Stunden und 13 Minuten ihrer siebenstündigen Zeit in der Schule am Smartphone, wie Eva Telzer und Kaitlyn Burnell von der University of North Carolina in Chapel Hill im Fachjournal "JAMA Network Open" schreiben.

"Am meisten überrascht hat uns, wie viel Zeit Jugendliche während der Schulzeit mit ihren Handys verbringen", wird Burnell in einer Mitteilung der Universität zitiert. Sie und Telzer erhoben die Daten aus Apple-Smartphones bei den 15- bis 18-Jährigen vom April 2021 bis Februar 2022 und bei den 11- bis 14-Jährigen vom Februar 2023 bis Dezember 2024 - jeweils 14 Tage hintereinander. Schulzeit war demnach von 8 bis 15 Uhr. Zudem testeten sie bei den 15- bis 18-Jährigen im Labor die Konzentrationsfähigkeit.

Sämtliche Schüler nutzten das Smartphone in der Schule, die Nutzungszeit reichte von acht Minuten bis fünf Stunden und 20 Minuten. Generell stieg die mittlere stündliche Nutzungszeit von 16 Minuten in der ersten Stunde auf mehr als 22 Minuten in der letzten Stunde. Die älteren Schüler nahmen das Handy während des Schulbesuchs durchschnittlich 64,5-mal zur Hand - rechnerisch also gut neunmal pro Stunde.

Starke Handy-Nutzer sind weniger konzentriert

Die 28 jüngeren Schüler verbrachten während des Schulbesuchs im Durchschnitt 40 Minuten in sozialen Medien und knapp 14 Minuten mit Unterhaltungen. Das machte rund 70 Prozent ihrer Smartphone-Nutzungszeit in der Schule von einer Stunde und 21 Minuten aus. Die 15- bis 18-Jährigen brachten es auf zwei Stunden und 42 Minuten.

Die Tests zur Konzentrationsfähigkeit ergaben, dass die Schüler mit größerer Smartphone-Nutzung geringere Werte für Aufmerksamkeit und Impulskontrolle hatten. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass häufiges Smartphone-Checken genau die Fähigkeiten beeinträchtigen kann, die Schüler für den Erfolg im Unterricht benötigen", hebt Telzer hervor.

Einschränkungen der Studie

Zu den Einschränkungen der Studie gehört, wie die Studienautorinnen einräumen, dass nur Nutzer von Apple-Geräten teilnehmen konnten. Zudem gab die stündliche Erfassung der Nutzungszeiten keine Auskunft darüber, ob die Nutzung während der Pausen- und Essenszeiten oder während des Unterrichts stattfand.

Die Daten wurden vor Smartphone-Verboten an Schulen in einzelnen Bundesstaaten erhoben. "Daher können die Ergebnisse je nach Region variieren, da Gerätebeschränkungen an Schulen zunehmen", schreiben die Forscherinnen. Dies gilt auch für Deutschland, wo es in manchen Bundesländern landesweite Verbote für die private Handynutzung an Schulen oder zumindest an Grundschulen gibt. Oft können aber Schulen selbst entscheiden, ob sie Smartphones verbieten, welche Ausnahmen gelten und wie sie eine Nutzung im Rahmen des Unterrichts ausgestalten.

Quelle: ntv.de, Stefan Parsch, dpa

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