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"Wirklich außerirdisch" So hört es sich auf dem Mars an

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Roboter "InSight" befindet sich seit knapp zwei Wochen auf der Marsoberfläche.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Noch nie zuvor wurden die Geräusche eines anderen Planeten aufgezeichnet. Zufällig fängt der Mars-Roboter "InSight" nun den über seine Solarmodule fegenden Wind akustisch ein. Die Aufnahmen kann sich jeder anhören.

Erstmalig in der Geschichte ist das Geräusch eines fremden Planeten aufgezeichnet worden: Die Mars-Sonde "InSight" hat erstmals den Wind auf dem Roten Planeten akustisch festgehalten. Auf ihrer Website veröffentlichte die Nasa entsprechende Tonaufzeichnungen. Demnach handelt es sich um Aufnahmen von zwei extrem empfindlichen Sensoren, die die Vibrationen des Windes und des Bodens eingefangen hätten. "Diese Audio-Aufzeichnung war ein ungeplanter Leckerbissen", erklärte InSight-Experte Bruce Banerdt.

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Die über den Solarmodulen der Sonde wehenden Winde wurden von einem Luftdrucksensor und einem Seismographen aufgenommen. Das tiefe Grollen klinge "ein bisschen wie eine Fahne, die im Wind weht", sagte der Wissenschaftler Thomas Pike vom Imperial College London. "Es klingt wirklich außerirdisch, und genau das ist es ja auch."

Nach Angaben der Nasa hatten die aufgezeichneten Windböen eine Geschwindigkeit von fünf bis sieben Metern pro Sekunde. Der Wind wehte demnach zunächst aus nordwestlicher und dann aus südöstlicher Richtung.

"InSight" hat mehrere Aufgaben

Der im Mai 2018 gestartete Roboter hatte am 26. November auf der Ebene Elysium Planitia nördlich des Mars-Äquators aufgesetzt. Zu den Experimentiergeräten an Bord der Landeplattform zählt eine in Deutschland gebaute Rammsonde, die auf der Marsoberfläche ein bis zu fünf Meter tiefes Loch hämmern soll. "InSight" soll erstmals das Innere des Mars und seinen Aufbau untersuchen. Dabei sollen mögliche Erschütterungen und Beben des Planeten gemessen werden. Die Wissenschaftler hoffen auf Erkenntnisse unter anderem darüber, wie der Mars vor Milliarden von Jahren entstand.

"InSight" ("Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport") ist ein 360 Kilogramm schwerer Roboter, der nicht rollt, sondern an einem Ort bleibt. Die insgesamt rund 650 Millionen Euro teure "InSight"-Mission ist auf zwei Jahre angelegt.

Quelle: n-tv.de, lou/dpa/AFP

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