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Russische Präsidentschaftswahl So wählen Kosmonauten auf der ISS

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Anton Schkaplerow und Alexander Misurkin beim Außendienst an der ISS im Februar 2018.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Auch Anton Schkaplerow will bei der russischen Präsidentschaftswahl am Sonntag seine Stimme abgeben. Der Haken: Er lebt und arbeitet derzeit auf der Internationalen Raumstation. Doch die Behörden finden eine Lösung, die über die einfache Briefwahl hinausgeht.

Wenn Russland an diesem Sonntag seinen Präsidenten wählt, will auch der Kosmonaut Anton Schkaplerow auf der Internationalen Raumstation ISS abstimmen. Wählen im Weltraum ist für den 46-jährigen Raumfahrer schon Routine. "Ich habe auch bei der letzten Präsidentenwahl im Kosmos gewählt", sagte Schkaplerow. Er ist seit Dezember auf dem Außenposten der Menschheit rund 400 Kilometer über der Erde im Einsatz.

Wie die Wahl 2012 ablief, hat Schkaplerow russischen Agenturen erzählt: "Wir sind in ein gesondertes Modul der ISS gegangen, und es wurde eine gesicherte Verbindung zur Erde hergestellt", sagte er. Stimmzettel seien ihnen vorab ins All geschickt worden. "Eine (zuvor bestimmte) Vertrauensperson bat uns zu zeigen, für welchen Kandidaten wir stimmen wollen, damit sie vor unseren Augen für uns das Kreuzchen setzen konnte. Dann legte die Vertrauensperson den Stimmzettel in einen Koffer mit dem russischen Siegel und übergab ihn einem Vertreter der Wahlkommission", schilderte Schkaplerow. "Ich denke, dieses Mal wird sich daran nichts ändern."

Bei der Präsidentenwahl am Sonntag gilt eine Wiederwahl von Amtsinhaber Wladimir Putin als sicher. Die Wahlleitung in Moskau und die Raumfahrtbehörde Roskosmos hatten im Februar eigens ein Abkommen abgeschlossen, wie die Kosmonauten wählen können.

Schkaplerow ist zwar derzeit neben einem US-Amerikaner und einem Japaner der einzige Russe auf der ISS, aber bereits drei Tage nach der Wahl soll am Mittwoch sein Kollege Oleg Artemjew vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan aus ins All starten. Am Wahltag befinden sich Artemjew und der Ersatz-Kosmonaut Alexej Owtschinin in Quarantäne. Dann werde jemand zu ihnen ins Quarantäne-Hotel kommen und ihre Stimmen einsammeln, sagte Artemjew.

Quelle: ntv.de, lou/dpa

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