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75 Jahre unabhängig von Briten "Sohn oder Tochter Indiens" soll ins Weltall

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Narendra Modi, Premierminister von Indien, begrüßt Schulkinder, nachdem er am Unabhängigkeitstag des Landes gesprochen und dabei auch die Raumfahrt-Pläne angekündigt hat.

(Foto: dpa)

Ehrgeiziges Projekt: Indiens Regierung will in die bemannte Raumfahrt einsteigen. Bis 2022 soll der erste Inder ins All starten. Nach Russland, den USA und China wäre Indien erst das vierte Land, das selbst Menschen in den Weltraum bringt.

Indiens Regierung will bis 2022 Menschen in den Weltraum schicken. In einer Ansprache am indischen Unabhängigkeitstag kündigte Regierungschef Narendra Modi das bemannte Weltraumprogramm an. Bis spätestens 2022, also 75 Jahre nach der Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Großbritannien, werde "ein Sohn oder eine Tochter Indiens mit der indischen Flagge in der Hand ins All fliegen."

Damit wäre Indien nach Russland, den USA und China der vierte Staat mit einem bemannten Raumprogramm. Im Jahr 1984 flog erstmals ein indischer Staatsbürger in einer Rakete der damaligen Sowjetunion ins All.

Im Juni 2017 hatte Indien bereits seine leistungsstärkste Weltraumrakete erfolgreich getestet. Sie startete vom Weltraumbahnhof Sriharikota an der südostindischen Küste und brachte den gut drei Tonnen schweren Kommunikationssatelliten GSAT-19 in die Erdumlaufbahn. Im Dezember 2014 hatte die indische Weltraumbehörde ISRO mit der mit tiefkaltem Flüssiggas betriebenen Rakete eine Kapsel für die bemannte Raumfahrt ins All geschossen - jedoch noch ohne Raumfahrer.

1,3 Milliarden Inder sind laut Weltbank Analphabeten

Modi kündigte zudem eine neue, staatliche Krankenversicherung an, mit der für einen sehr kleinen Jahresbetrag Behandlungskosten für eine Familie von bis zu umgerechnet 6300 Euro abgedeckt werden sollen. 500 Millionen Bürger sollen davon profitieren.

"Es ist höchste Zeit, dass wir sicherstellen, dass die Bedürftigen in Indien Zugang zu einer guten und erschwinglichen Gesundheitsversorgung erhalten", sagte er. Anfang des nächsten Jahres finden in Indien Parlamentswahlen statt.

Knapp ein Viertel der 1,3 Milliarden Inder sind laut Zahlen der Weltbank Analphabeten, die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 69 Jahren, das jährliche Durchschnittseinkommen pro Kopf betrug 2016 umgerechnet 1470 Euro.

Quelle: n-tv.de, abe/dpa

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