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Touristen-Trip ins All SpaceX startet erstmals ohne echte Astronauten

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Die Mission "Inspiration4" startet mit vier Novizen ins All.

(Foto: AP)

Das Raumfahrtunternehmen SpaceX wird wieder Geschichte schreiben: Die drei Tage dauernde Umrundung der Erde findet zwar mit Experten statt, allerdings ist deren Fachgebiet nicht die Raumfahrt. An Bord sind ein Selfmade-Milliardär, eine Geologin, eine Assistenzärztin und ein Air-Force-Veteran.

Das private Unternehmen SpaceX könnte sich diese Woche einmal mehr als Raumfahrt-Pionier profilieren: Mit seinem Raumschiff "Crew Dragon" sollen in der Nacht zu Donnerstag (2 Uhr MESZ) vier Raumfahrt-Neulinge ganz ohne professionelle Astronauten ins All starten. Im Zuge der dreitägigen Mission "Inspiration4" wollen sie die Erde umrunden.

Hinter dem Vorhaben steht der Geschäftsmann Jared Isaacman, der den Raumflug auf eigene Kosten zu einem unbekannten Preis gechartert hat. Als seine Begleiter wählte er drei bislang weitgehend unbekannte Menschen aus. Wie der Name "Inspiration4" andeutet, soll jeder der vier bei der Mission für einen bestimmten Wert stehen.

Rekordmann wird zum Kommandeur

Isaacman steht bei der Mission für "leadership" - Führung. Schließlich ist der 38-Jährige der Kommandeur der Mission. Als Gründer und Chef des Bezahldienstes Shift4 Payments ist er zu einem Milliardenvermögen gekommen. Das Unternehmen hatte er mit gerade einmal 16 Jahren im Keller seines Elternhauses gegründet.

Der passionierte Pilot hält einen Rekord für die meisten Flüge rund um die Erde in einem Leichtjet und hat eine Flugberechtigung für mehrere Militärmaschinen. 2012 gründete er das Unternehmen Draken International, das Piloten der US-Luftwaffe trainiert.

Isaacman ist verheiratet und hat zwei Töchter. Die Raumfahrt hat ihn immer schon fasziniert. 2008 war er beim Start einer russischen Rakete in Kasachstan dabei. Mit an Bord war Richard Garriott, einer der ersten Weltraumtouristen, die zur Internationalen Raumstation ISS flogen. Nach dieser Erfahrung nahm Isaacman Kontakt zu SpaceX auf.

Mit an Bord ist Hayley Arceneaux. Als Kind wurde sie wegen eines Knochentumors im Bein im St. Jude's Hospital in Memphis behandelt. Für dieses Krankenhaus im Bundesstaat Tennessee organisierte Isaacman eine Spendenaktion. Heute arbeitet Arceneaux dort als Arztassistentin.

Mit 29 ist sie die bislang jüngste US-Bürgerin, die einen Raumflug rund um die Erde absolviert. Außerdem ist sie der erste Mensch mit einer Prothese im Weltall. Arceneaux ist die medizinische Beauftragte der Mission. Sie steht für "hope" - Hoffnung.

Afroamerikanische Geologin

Die 51-jährige Sian Proctor steht bei der Mission für "prosperity" - Wohlstand oder Erfolg. Sie lehrt Geologie an einer kleinen Hochschule im US-Bundesstaat Arizona. Sie wurde im US-Außengebiet Guam geboren und ihr Interesse an der Raumfahrt wurde ihr bereits in die Wiege gelegt: Ihr Vater arbeitete zu Zeiten der Apollo-Mission bei der NASA.

Proctor nahm an einem Experiment in Hawaii teil, bei dem das Leben auf dem Mars simuliert wurde, und bewarb sich bereits zwei Mal bei der NASA als Astronautin. Als eine von ein paar Dutzend der mehr als 3500 Bewerber kam sie 2009 immerhin in die Endrunde des anspruchsvollen Bewerbungsverfahrens.

Proctor ist erst die vierte afroamerikanische Frau, die einen Raumflug absolviert. Sie ist die Pilotin bei "Inspiration4" und assistiert Kommandeur Isaacman. Ihre Teilnahme verdiente sie sich mit einer mit dem Weltraum vernetzten Verkaufswebsite, die sie für einen Wettbewerb schuf, der von Isaacmans Unternehmen ausgerichtet wurde.

Veteran der US-Luftwaffe

Der vierte im Bunde ist Chris Sembroski - ein 42-jähriger Veteran der US-Luftwaffe, der im Irak diente. Heute arbeitet er im US-Bundesstaat Washington im Bereich Aeronautik des Konzerns Lockheed Martin. Er wurde für die Mission ausgewählt, nachdem er für das St. Jude's Hospital gespendet hatte. Sembroski steht bei "Inspiration4" daher für "generosity" - Großzügigkeit oder Großmut.

Im All soll Sembroski unter anderem die Kommunikation mit der Erde übernehmen. Außerdem ist er mit dafür zuständig, dass das SpaceX-Raumschiff richtig für die Mission beladen wird.

Quelle: ntv.de, mba/AFP

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