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Kipp-Fenster lassen Pollen durch Stoßlüften und Staubwischen hilft Allergikern

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Regelmäßig das Fenster fünf Minuten lang weit aufzumachen hilft auch, die Pollenkonzentration niedrig zu halten.

(Foto: imago/blickwinkel)

Jeder fünfte Deutsche kennt das: Mit dem Frühling beginnt der Heuschnupfen. Die Pollen machen als Erreger auch nicht vor dem Bürofenster halt. Wie man sich in Räumen am besten vor ihnen schützt, können Forscher nun sagen.

Stoßlüften spart nicht nur Heizkosten und schützt vor Schimmelbildung, sondern hält auch die Pollenbelastung in Räumen niedrig. Das haben Forscher der Technischen Universität München herausgefunden. Für ihre Untersuchung konzentrierten sich die Wissenschaftler auf Birkenpollen, da diese, genauso wie Gräserpollen, besonders häufig und sehr früh im Jahr allergische Reaktionen auslösen. Als Windbestäuber produzieren sie besonders viele Pollen, die dann mit der Luft auch in Räume eindringen.

Die Forscher maßen die Birkenpollenkonzentrationen in fünf verschiedenen Räumen und vor den dazugehörenden Fenstern im April 2015 mit Pollenfallen. Diese waren im Abstand von 2,50 Metern vom Fenster und auf 1,20 Meter Höhe angebracht. Die Maße entsprechen ungefähr der Position einer Person, die am Schreibtisch sitzt. Weitere Pollenfallen wurden auf den Fenstersimsen und auf dem Dach des Gebäudes installiert. Hier wurde die allgemeine Pollenbelastung in der Luft gemessen.

Im Zeitraum zwischen 13. und 29. April konnten die Wissenschaftler die Blüten von insgesamt 56 Birken in der näheren Umgebung beobachten. Wie zu erwarten, waren die Pollenkonzentrationen in allen Räumen niedriger als draußen. Doch die Konzentrationsunterschiede von Pollen in den Räumen lagen zwischen 7 und 75 Prozent.

Wie entsteht dieser Unterschied?

Die unterschiedlichen Lüftungsstrategien in den Räumen machten den großen Unterschied aus, erklären die Forscher. In dem Raum, in dem alle zwei Stunden fünf Minuten lang gelüftet worden war, fanden die Forscher die geringste Birkenpollenkonzentration im Vergleich zu allen anderen Räumen, in denen beispielsweise ein Fenster dauerhaft gekippt war. Auch in dem Raum mit geöffnetem Fenster und in einem Labor mit automatischem Luftabzug waren mehr Pollen zu finden. Die Forscher raten Allergikern deshalb, ihre Räume lediglich stoßzulüften, um die Pollenkonzentration so gering wie möglich zu halten.

Doch es gibt noch weitere Faktoren. Einer davon ist der Publikumsverkehr. Je mehr Menschen in einem Raum aus- und eingehen, umso mehr Pollen könnten sie mitbringen. Die Allergieauslöser haften nicht nur an der Kleidung, sie sammeln sich auch im Hausstaub – und je seltener geputzt wird, umso mehr Pollen sind in einem Raum und umso schlechter geht es Allergikern.

Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Indoor Air".

Quelle: n-tv.de, jaz