Echt oder Fälschung?KI-Gesichter täuschen selbst Experten

Eine neue Studie belegt die täuschend echte Wirkung von KI-Bildern. Selbst Experten für Gesichtserkennung, sogenannte Super Recognizer, können Fälschungen kaum von echten Fotos unterscheiden. Ihre Trefferquote liegt dabei nur leicht über dem Niveau von Laien.
Von Künstlicher Intelligenz (KI) generierte Bilder und Videos wirken mittlerweile oft täuschend real: Sogar sogenannte Super Recognizer haben Probleme damit, echte Gesichter von solchen zu unterscheiden, die mit KI generiert wurden. Obwohl Super Recognizer eine besondere Begabung haben, Gesichter wiederzuerkennen und dadurch Personen zu identifizieren, schnitten sie in einer im "British Journal of Psychology" veröffentlichten Studie nur leicht besser ab als eine Kontrollgruppe ohne solche Fähigkeiten.
Psychologen der Universität von New South Wales in Sydney und der Australischen Nationaluniversität ließen dazu 125 Menschen, darunter 36 sogenannte Super Recognizer, einen entsprechenden Onlinetest absolvieren. Darin bekamen die Teilnehmer Bilder von Gesichtern gezeigt und wurden gefragt, ob diese echt oder KI-generiert sind. Wie die Forscher angeben, lag die Genauigkeit der sogenannten Super Recognizer bei der Erkennung KI-generierter Gesichter im Durchschnitt bei 57 Prozent und damit nicht weit über dem Niveau von 50 Prozent, das die Kontrollgruppe erreichte.
Zum Vergleich: Bei der Identifikation menschlicher Gesichter erreichen Super Recognizer häufig eine Genauigkeit von über 90 Prozent. Dies deute darauf hin, dass für die Erkennung von KI-Gesichtern andere Fähigkeiten notwendig sind als bei der Erkennung von realen Gesichtern, so die Forscher.
Super Recognizer werden aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten häufig in der Kriminalistik eingesetzt - auch in Deutschland ist das seit einigen Jahren der Fall. Das Berliner Landeskriminalamt beschäftigt etwa seit dem vergangenen Jahr ein solches Team. Oft geht es demnach darum, Videoaufnahmen von Straftaten auszuwerten und Menschen zu identifizieren.