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8,5 Tonnen schweres Raumlabor "Tiangong 1" stürzt auf Erde herab

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Tiangong 1 umrundet die Erde mit 27.000 Kilomentern pro Stunde.

(Foto: picture alliance / CMSE/Europa P)

Mit Wucht werden diese Nacht mehrere Tonnen Weltraumschrott einer chinesischen Raumstation auf die Erde fallen - ein genauer Ort ist nicht zu prognostizieren. Experten geben jedoch Entwarnung für Deutschland.

Diese Nacht ist es so weit: Das chinesische Raumlabor "Tiangong 1" wird in Einzelteilen auf die Erdoberfläche herabfallen. Voraussichtlich zwischen 22 Uhr und 5 Uhr mitteleuropäischer Zeit, davon geht der Experte Holger Krag von der Europäischen Raumfahrtagentur Esa aus. Von der ursprünglich 8,5 Tonnen schweren Raumstation treffen etwa 1,5 bis 3,5 nach dem Eintritt in die Atmosphäre auf die Erde. Der Rest verglüht.

Ein genauer Ort sei nicht zu prognostizieren. Nach dem Eintritt in die Atmosphäre werden laut Krag die Einzelteile des Weltraummülls auf einem Abschnitt von rund 1000 Kilometern Länge niederstürzen. Weil aber "Tiangong 1" noch mehrere Male in 160 Kilometer Höhe mit 27.000 Kilometern pro Stunde die Erde umrunde, sei eine Vorhersage derzeit unmöglich.

Sicher sei aber nach wie vor, dass der Weltraumschrott in einem Band von 43 Grad nördlicher Breite (dort liegt etwa Marseille) und 43 Grad südlicher Breite (dort liegen etwa Argentinien oder Australien) auf die Erde treffe. Deutschland wäre also nicht betroffen.

Dass die Reste des "Himmelspalastes", so die Übersetzung des chinesischen Wortes "Tiangong", zu einer Gefahr für Menschen werden könnten, glauben Experten nicht.  "Die Wahrscheinlichkeit für ein Individuum, von einem Trümmerteil verletzt zu werden, ist so hoch wie die Möglichkeit, von einem Blitz zweimal in einem Jahr getroffen zu werden", sagte Krag.

Das Raumfahrzeug war 2011 ins All gebracht worden. Dort sollten Versuche zum Andocken und andere Raum-Experimente ausgeführt werden. Bis 2023 will China eine ständige Raumstation im Weltall haben. Ursprünglich sollte "Tiangong" bereits Ende vergangenen Jahres zur Erde stürzen. Aus der Verzögerung schließen Experten, dass das Raumschiff außer Kontrolle geraten sein könnte.

Quelle: ntv.de, lri/dpa/rts

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