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Wissenschaftler untersuchen in Bozen die 5300 Jahre alte Gletscherleiche Ötzi.
Wissenschaftler untersuchen in Bozen die 5300 Jahre alte Gletscherleiche Ötzi.(Foto: dpa)
Freitag, 20. Januar 2017

Der Steinzeitmann aus dem Eis: Was war Ötzis letzte Mahlzeit?

Was haben die Steinzeitmenschen vor ein paar Tausend Jahren eigentlich gegessen? Ötzi-Forscher analysieren seinen Mageninhalt und finden etwas, das noch heute in der Region als Delikatesse gilt und fester Bestandteil einer Brotzeit ist.

Südtiroler Speck gilt vielen als Delikatesse und ist in der Region fester Bestandteil einer Brotzeit. Möglicherweise war das schon vor mehr als 5000 Jahren so. Denn der Gletschermann Ötzi hat als letzte Mahlzeit vor seinem Tod vor etwa 5300 Jahren eine Art Steinzeit-Speck gegessen. Eine Analyse von Ötzis Mageninhalt ergab laut einem beteiligten Wissenschaftler, dass die letzte Mahlzeit der Gletschermumie höchstwahrscheinlich getrocknetes Steinbockfleisch, eine Art steinzeitlicher Südtiroler Speck, war.

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Die Forscher hätten die Nanostruktur des Fleisches analysiert und seien zu dem Schluss gekommen, dass es sich um "sehr fettes, getrocknetes Fleisch, vielleicht eine Art Speck" gehandelt haben müsse, berichtete der deutsche Mumienspezialist Albert Zink bei einem Vortrag in Wien. Dass Ötzi zuletzt Steinbockfleisch gegessen hatte, war bereits bekannt, neu ist jedoch die Erkenntnis, dass es Trockenfleisch war.

"Getrocknetes und rohes Fleisch behält seine Fasern, so wie wir sie in Ötzis Magen gefunden haben", sagte nun Zink. Da Ötzis Bogen nicht einsatzfähig für die Jagd war, müsse es sich um getrocknetes Fleisch gehandelt haben. Ein rohes Stück wäre zudem zu schnell verdorben. Zink forscht am Institut für Mumien und den Iceman der Europäischen Akademie (Eurac) in Bozen.

Sensationsfund in den Alpen

Ötzi war 1991 in einem Gletscher in den italienischen Alpen entdeckt worden. Der Fund der gut erhaltenen Mumie war eine archäologische Sensation; seitdem versuchen die Wissenschaftler mit Hilfe modernster Techniken, seinem Leben und Sterben vor mehr als 5000 Jahren auf die Spur zu kommen.

Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge war der Gletschermann mit etwa 1,60 Metern für die Zeit durchschnittlich groß, wog um die 50 Kilogramm und war etwa 45 Jahre alt, als er mit einem Pfeil ermordet wurde. Zinks Team fand auch heraus, dass Ötzi mit einem Bakterium infiziert war, das Magengeschwüre verursacht. Allen Problemen wie etwa schlechte Zähne und verschlissene Bänder zum Trotz sei er körperlich in "ziemlich guter Verfassung" gewesen, schrieb Zink kürzlich im US-Fachmagazin "Science".

Quelle: n-tv.de

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