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Vor und nach der AktivitätWie alltägliche Bewegung die Stimmung beeinflusst

07.05.2026, 16:49 Uhr
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Nicht nur Sport, sondern auch alltägliche Bewegungen wie Treppensteigen oder Staubsaugen können das Wohlempfinden steigern. (Foto: imago images/Cavan Images)

Menschen, die Sport treiben, kennen die Hochgefühle, die dadurch ausgelöst werden. Aber können auch alltägliche Bewegungen wie Treppensteigen oder Hausarbeit Einfluss auf die Stimmung haben? Ein Forschungsteam geht dem auf den Grund.

Durch Bewegung im Alltag verbessert sich bei den meisten Menschen die Stimmung. Das hat ein internationales Team mit Forschenden der Ruhr-Universität Bochum, in einer Übersichtsarbeit herausgefunden. Auch umgekehrt gilt: Wer sich gut fühlt, ist auch körperlich aktiver. Die Ergebnisse der Meta-Analyse wurden in der Fachzeitschrift "Nature Human Behaviour" veröffentlicht.

Das Forschungsteam um Markus Reichert konzentrierte sich auf die Angaben von Studienteilnehmenden, die nach ihrem sogenannten affektiven Wohlbefinden in Verbindung zu körperlicher Aktivität im Alltag befragt worden waren. So konnten die Daten von insgesamt 67 wissenschaftlichen Arbeiten zu diesem Thema einbezogen werden. Daraus ergab sich ein Datensatz von mehr als 30.000 Stimmungsabfragen, die von über 8000 Probanden und Probandinnen stammen.

Als affektives Wohlbefinden wird in der Psychologie die Häufigkeit und Intensität positiver Emotionen und Stimmungen bezeichnet und ist ein zentraler Teil des subjektiven Wohlbefindens. Bei den Untersuchungen aus den letzten Jahren wurden die Aktivitätsdaten von Smartphones und Beschleunigungssensoren einbezogen. Auf diese Weise konnten die Zusammenhänge zwischen körperlicher Aktivität und Wohlbefinden unter natürlichen Alltagsbedingungen untersucht werden, schreibt das Team laut einer Uni-Mitteilung.

Ausnahmen für Ruhe und Gelassenheit

Bei der Auswertung der Daten stellte sich heraus, dass das affektive Wohlbefinden allgemein höher im Zusammenhang mit vorausgegangener und nachfolgender körperlicher Aktivität war. Nur bei Ruhe und Gelassenheit zeigte sich ein negativer Zusammenhang mit körperlicher Aktivität. Das heißt, Personen waren vor beziehungsweise nach körperlicher Alltagsaktivität weniger ruhig und weniger gelassen, als wenn sie sich nicht bewegten.

Obwohl ein Großteil der Befragtenangab, eine bessere Stimmung durch körperliche Aktivitäten zu haben, gab es auch Personen, deren Stimmung sich durch Alltagsbewegungen nicht verbesserte. Insgesamt unterscheiden sich die Effekte durch körperliche Aktivität auf das affektive Wohlbefinden zwischen den Befragten stark.

Eine gewisse Konsistenz besteht bei den Ergebnissen zur Energiegeladenheit, die eine Form des affektiven Wohlbefindens ist. Mehr als 95 Prozent der analysierten Personen fühlten sich vor oder nach körperlicher Aktivität energiegeladener, schreibt das Forschungsteam. Insgesamt profitierten Personen mit niedrigem Wohlbefinden besonders stark von körperlicher Aktivität.

In Zukunft wollen die Forschenden herausfinden, wer und warum verschiedene Personen von körperlicher Aktivität profitieren können. Sie betonen jedoch, dass ihre Studienergebnisse keine Beweise für kausale Zusammenhänge liefern.

Quelle: ntv.de, jaz

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