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Linderung von Muskelkrämpfen Zufällig Heilung durch Espresso entdeckt

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Warum der Elfjährige überhaupt Espresso trank, wurde im Artikel nicht geklärt.

(Foto: imago images / Westend61)

Ein elfjähriger Franzose leidet unter einem seltenen Gendefekt, der immer wieder schwere Muskelkrämpfe auslöst. Diese nehmen drastisch zu, als die Eltern versehentlich entkoffeinierten Espresso kaufen - für die Wissenschaft ein "glücklicher Zufall".

Bei einem ungewollten Versuch hat ein Elfjähriger in Frankreich erfahren, wie wirksam Espresso die Symptome seiner seltenen Erbkrankheit lindert. Der Junge leidet an einer sogenannten Dyskinesie, die unheilbar ist und zu schweren Muskelkrämpfen führen kann, wie aus einem im US-Fachmagazin "Annals of Internal Medicine" veröffentlichten Artikel hervorgeht. Mit zwei Tassen Espresso pro Tag können die schmerzhaften Zuckungen aber verhindert werden.

Rausgekommen war die "heilende Wirkung" des Espresso nur durch einen Zufall. Die Eltern des Jungen hatten versehentlich Kapseln mit entkoffeiniertem Espresso gekauft. Der Elfjährige litt daraufhin vier Tage lang unter Muskelkrämpfen, bevor die Eltern ihren Irrtum bemerkten. Als der Junge wieder Espresso mit Koffein trank, verschwanden die Symptome.

Der Autor des Fachartikels, Emmanuel Flamand-Roze vom Pariser Krankenhaus Pitié-Salpêtrière, sprach von "einem dieser unglaublichen glücklichen Zufälle, die es in der Medizingeschichte immer wieder gibt". Die Eltern des Jungen hätten, ohne es zu wissen, einen Doppelblindversuch vorgenommen. Das bedeutet, dass weder Versuchsteilnehmer noch -leiter wissen, ob bei einem Experiment ein Medikament oder ein Placebo verabreicht wird.

Koffein übernimmt Aufgabe von Enzym

Der Irrtum der Eltern beim Kauf der Kaffeekapseln zeigte die Wirksamkeit von Koffein bei einer Dyskinesie im Zusammenhang mit einem Defekt des Gens ADCY5. Das Gen ist normalerweise an der Produktion eines Enzyms beteiligt, das bei der Kontrolle von Muskelkontraktionen hilft. Die Genmutation verhindert das - dafür kann Koffein die Rolle übernehmen.

Weil die Krankheit höchst selten ist, sind Experimente mit ausreichend Versuchsteilnehmern sehr schwierig - abgesehen von dem ethischen Problem, dass die Patienten, denen ein Placebo verabreicht wird, unweigerlich leiden würden.

Quelle: n-tv.de, shu/AFP

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