Panorama
Dienstag, 27. Juni 2017

Missverständnis beim Bungee: 17-Jährige springt ungesichert in den Tod

Ein 17-jähriges Mädchen sucht im Urlaub den Kick. Doch weil ihr Betreuer beim Bungee-Jumping nur schlechtes Englisch spricht, kommt es zu einer Tragödie. In der Annahme, er hätte "Now jump!" gerufen, stürzt sich das Mädchen in die Tiefe, bevor das Seil fest ist.

Es sollte der Sprung ihres Lebens werden, doch für eine junge Niederländerin endete ein Bungee-Jump tödlich. Vera Mol wollte sich einen Traum erfüllen und von einer 40 Meter hohen Brücke in die Tiefe springen, doch sie verstand die englischen Anweisungen des Bungee-Lehrers falsch - und stürzte sich vor den Augen ihrer Freunde ungesichert in den Tod.

Der tragische Unfall ereignete sich bereits im Jahr 2015 auf der Brücke von Cabezon de la Sal in der nordspanischen Provinz Kantabrien. Jetzt beschäftigt der Tod des Mädchens die spanische Justiz, wie der britische "Telegraph" berichtet.

Der Grund für den tödlichen Sprung war demnach die schlechte Aussprache des spanischen Anweisers. Laut Anklage rief er: "No jump!" (Nicht springen!). Die 17-Jährige verstand aber offensichtlich "Now jump!" (Jetzt springen!) und stürzte sich in Erwartung des kommenden Adrenalin-Kicks von der Brücke. Sie knallte ungebremst in den Fluss, weil der Betreuer die Sicherung des Seils noch nicht abgeschlossen hatte.

Die Richter werfen dem Mann, der nur sehr gebrochen Englisch spricht, vor, fahrlässig gehandelt zu haben. Seine Aussprache habe zum Unfall und somit zum Tod des Mädchens geführt, so der Vorwurf. Der Beschuldigte hätte korrekterweise "don't jump" ("spring nicht") sagen müssen, nicht "no jump". In diesem Fall wäre es vermutlich nicht zu dem fatalen Missverständnis gekommen.

Zudem habe er seine Sorgfaltspflicht vernachlässigt, da er sich nicht den Personalausweis der Niederländerin zeigen ließ. Personen unter 18 Jahren hätten gar nicht springen dürfen, so der Vorwurf der Anklage. Aber auch die Betreiberfirma könnte belangt werden. Denn offenbar hätten von der Brücke in Cabezon de la Sal gar keine Bungee-Sprünge erfolgen dürfen. Das alles sei aber unbedeutend, verglichen mit dem schweren Fehler in der Kommunikation, der die 17-Jährige schlussendlich das Leben kostete. Ein Urteil in dem Prozess steht noch aus.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen