Dienstag, 08. September 2009
"Die Welt ist schlecht": Tim K. hinterlässt Botschaft
Kreidespuren zeigen den Umriss des Amokläufers Tim K. vor einem Autohaus in Wendlingen am Neckar am 15.03.2009.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Der Amokläufer von Winnenden hat einen Abschiedsbrief hinterlassen und Monate vor der Tat Tötungsfantasien gehabt. Der Brief lag nach Informationen der "Winnender Zeitung" im Tresor in seinem Zimmer. Darin habe Tim K. geschrieben: "Die Wahrheit ist, diejenigen haben es schon von Geburt an in sich, es kommt jedoch nur raus, wenn das Gemachte hinzukommt." Es sei unklar, ob sich diese Gedanken auf die Tötungsfantasien oder die sexuellen Neigungen beziehen, hieß es unter Berufung auf ein psychiatrisches Gutachten, das der Staatsanwaltschaft Stuttgart vorliegt.
Die Anklagebehörde wollte dazu am Dienstag keine Stellung nehmen. Der 17-jährige Tim K. hatte am 11. März an seiner ehemaligen Schule in Winnenden in Baden-Württemberg und auf seiner anschließenden Flucht nach Wendlingen 15 Menschen und sich selbst erschossen.
Gefesselte Männer
Dem Bericht zufolge soll Tim K. einer Therapeutin den Drang, "Menschen zu töten", geschildert haben. Immer wieder habe er sich laut Gutachten das Gehirn darüber zermartert. Die Welt sei schlecht, er wolle "Menschen erschießen". Auf seinem Rechner habe die Polizei Bilder gefesselter Männer gefunden.
Im September oder Oktober soll entschieden werden, ob gegen den Vater des Amokläufers Anklage erhoben oder ein Strafbefehl erlassen wird. Gegen ihn wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, weil Tim K. dessen Waffe und Munition benutzt hatte. Die Waffe hatte unverschlossen im Schlafzimmer der Eltern gelegen.
dpa
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