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Christian Wulff schied so schnell aus dem Amt wie kein Bundespräsident vor ihm.
Christian Wulff schied so schnell aus dem Amt wie kein Bundespräsident vor ihm.(Foto: dapd)

Bestechung ist "wahrscheinlich": Staatsanwaltschaft klagt Wulff an

Weil der ehemalige Bundespräsident Wulff vom Filmproduzenten Groenewold bestochen worden sein könnte, werden beide angeklagt. Ein Angebot der Staatsanwaltschaft hatte Wulff zuvor abgelehnt. Nun liegt die Entscheidung beim Landgericht Hannover.

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Die Staatsanwaltschaft Hannover hat Anklage wegen Bestechlichkeit gegen den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff erhoben. Hintergrund ist Wulffs Verbindung zu dem Filmproduzenten David Groenewol d, den die Staatsanwaltschaft zeitgleich wegen Bestechung anklagte.

Die Staatsanwaltschaft hält es für "hinreichend wahrscheinlich", dass Groenewold Hotelkosten von über 500 Euro für die Eheleute Wulff zahlte, damit sich Wulff im Gegenzug für eines von Groenewolds Filmprojekte einsetzt. Am Dienstag hatten Wulff und Groenewold ein Angebot der Staatsanwalt zur Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflagen abgelehnt.

Es ist das erste Mal, dass sich in Deutschland ein früheres Staatsoberhaupt vor Gericht verantworten soll. Einen Tag, nachdem die Staatsanwaltschaft am 16. Februar 2012 das förmliche Ermittlungsverfahren gegen Wulff eröffnet hatte, war dieser vom Amt des Bundespräsidenten zurückgetreten.

Nach Darstellung des Landgerichts Hannover kann es noch Monate dauern, bis klar ist, ob es zu einem Prozess kommen wird. Zunächst werde geprüft, welche Kammer überhaupt zuständig sei. Außerdem werde den Beschuldigten Zeit für eine Stellungnahme gegeben.

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Quelle: n-tv.de

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