Wirtschaft
Blick auf Hongkong.
Blick auf Hongkong.(Foto: REUTERS)

Industrie ringt mit Abschwung: China-Indizes bereiten Sorgen

Die Dynamik der chinesischen Wirtschaft ist so gering wie lange nicht mehr. Das unterstreichen jüngste Einkaufsmanager-Indizes. So droht der Industrie ein Abschwung. Die Volksrepublik ist von einer schwächeren Auslandsnachfrage betroffen. Konjunkturstützende Maßnahmen sind noch nicht von Erfolg gekrönt.

Die chinesische Industrie ist von ernsten Abwärtsströmungen bedroht und kann kaum noch Wachstum erzeugen. Das zeigen die beiden Befragungen der Einkaufsmanager der zweitgrößten Volkswirtschaft der Erde. Der von der Großbank HSBC erhobene Einkaufsmanagerindex (PMI) fiel bei der zweiten Veröffentlichung auf einen Stand von 48,2 und lag damit um 0,2 Prozentpunkte unter dem Niveau des Vormonats. Die vorläufige Auszählung hatte zuvor einen Juni-Wert von 48,1 ergeben.

Auch der offizielle PMI des Logistik- und Einkaufsverbands hat im Juni weiter nachgegeben. Er sank auf 50,2 Zähler. Im Mai hatte er bei 50,4 Zählern gelegen. Damit fiel der Index auf den niedrigsten Stand seit November, blieb aber dennoch leicht über den Erwartungen der Volkswirte. Sie hatten einen noch stärkeren Rückgang auf 49,8 vorausgesagt. Ein Indexstand ab 50 Punkten signalisiert ein Wachsen der Branche, Stände darunter deuten auf ein Schrumpfen hin.

"Die schwache Nachfrage wurde durch heimische und externe Faktoren bedingt", schrieben die Analysten von JP Morgan. Sie machten vor allem die hohe Unsicherheit dafür geltend, die sich wegen der ungelösten Schuldenkrise in Europa und höheren Risiken in den USA ausbreitet. Außerdem habe die chinesische Politik mit ihrer Straffung bei den Vorschriften zum Immobilienkauf das Wachstum belastet. Die Volkswirte erwarten deshalb eine weitere Lockerung bei der Geldpolitik durch die chinesische Zentralbank. Ihnen machen vor allem die enttäuschenden Zahlen bei den Neuaufträgen sorgen.

In der HSBC-Befragung fielen die Bestellungen im Juni mit 47,2 auf den niedrigsten Stand des Jahres. Im Mai stellte sich der Subindex immerhin noch auf 47,9. Die Neuaufträge aus dem Ausland gaben zum Vormonat um 2,8 Punkte auf 45,7 nach und lagen damit auf dem niedrigsten Niveau seit März 2009.

"Weil sich die Auslandsnachfrage abgeschwächt hat und die konjunkturstützenden Beschlüsse keine entscheidende Verbesserung gebracht haben, wird das Wachstum noch weiter nachlassen. Das wird sich auch auf den Arbeitsmarkt niederschlagen", sagte Qu Hongbin, HSBC-Chefvolkswirt für China. Auch beim offiziellen PMI zeichneten einige Werte des Indexes ein düsteres Bild bei Neuaufträgen, Importen und auch Exporten.

Quelle: n-tv.de

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