Wirtschaft
Laut "Spiegel" haben die neuen ICE-Züge von Siemens Bremsprobleme.
Laut "Spiegel" haben die neuen ICE-Züge von Siemens Bremsprobleme.(Foto: picture alliance / dpa)

Sicherheitsprobleme bei Siemens: Neue ICEs bremsen zu langsam

Laut einem Medienbericht sind offenbar Sicherheitsmängel der Grund dafür, dass Siemens die versprochenen ICE-Züge nicht pünktlich an die Bahn liefern kann. Zudem drohen der Bahn neue Ausfälle: Auch ein anderer Hersteller hat Lieferprobleme. Eine schnelle Entschärfung des drohenden Winterchaos rückt damit in weite Ferne.

Die Lieferprobleme des Siemens-Konzerns bei den neuen ICE-Zügen gehen nach einem "Spiegel"-Bericht auf Probleme bei der Software für die Steuerung der Bremsen zurück. Das Kommando zum Anhalten des ICE-Zuges "irre" etwa eine Sekunde lang durch den Rechner, bevor es umgesetzt werde, berichtet das Nachrichtenmagazin in seiner neuen Ausgabe. Bei einer Geschwindigkeit von 250 Stundenkilometern komme der Zug bei einer Vollbremsung deshalb erst rund 70 Meter später zum Stehen. Trotzdem habe Siemens die Zulassung des ICE 3 angestrebt. Doch nachdem sich ein Gutachter sperrte, habe das Eisenbahn-Bundesamt die Freigabe verweigert.

Wie lange Siemens brauchen wird, um das Problem zu beheben, sei ungewiss, schreibt der "Spiegel". Der Hersteller kämpfe schon länger mit der Software des neuen ICE. Sie müsse kompatibel sein mit verschiedenen Signalsystemen europäischer Länder, in denen der Zug verkehre. Die ersten ICE-Züge dürften nun nach Einschätzung der Bahn frühestens in zwei Monaten einsatzbereit sein. Siemens nannte keine Termine - eigentlich hatte der Konzern die Auslieferung von acht Zügen zu Beginn des Winterfahrplans Anfang Dezember zugesagt.

Neue Probleme auch bei Regionalzügen

Damit drohen der Deutschen Bahn in diesem Winter erneut Zugausfälle und Verspätungen, weil sie ihre Reserveflotte nicht wie geplant aufbauen kann.  Eine schnelle Besserung ist nicht in Sicht: Die Bahn muss zum Start des Winterfahrplans auch auf 22 Regionalzüge "Talent 2" vom Hersteller Bombardier verzichten. Bombardier habe die Deutsche Bahn diese Woche informiert, dass die bestellten Züge voraussichtlich ein gutes halbes Jahr später kommen, sagte ein Bahnsprecher. "Ein Grund wurde nicht angegeben".

Die Züge waren für den Raum Mittelhessen gedacht. Über mögliche finanzielle Folgen für den Hersteller müsse geredet werden, sagte der Sprecher. Nach Angaben des Sprechers gibt es mit Bombardier einen Vertrag zur Lieferung von insgesamt 320 Zügen im Wert von einer Mrd. Euro. Nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" hatte das Eisenbahnbundesamt (EBA) die Auslieferung der Bombardier-Züge zunächst gestoppt. Es spreche von "Daten-Widersprüchen" und hoffe auf kurzfristige Aufklärung von Bombardier, hieß es.

Ein Bombardier-Sprecher sagte, man sei verwundert über die Vorbehalte des Eisenbahnbundesamtes. "Aus unserer Sicht können wir sofort liefern." 119 Züge der Reihe "Talent 2" seien bereits in verschiedenen Regionen im Einsatz. Er kritisierte das komplizierte Zulassungsverfahren und forderte eine Vereinfachung. "Auch im Ausland fahren Züge sicher. Dort gelingt es, Züge früher auf die Schiene zu bringen", sagte er.

Quelle: n-tv.de

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