Wirtschaft
Kaufhofchef Lovro Mandac wird dafür gefeiert, dass sein Unternehmen im Gegensatz zum Konkurrenten Karstadt Gewinn erwirtschaftet - Hudson's Bay reicht das nicht.
Kaufhofchef Lovro Mandac wird dafür gefeiert, dass sein Unternehmen im Gegensatz zum Konkurrenten Karstadt Gewinn erwirtschaftet - Hudson's Bay reicht das nicht.(Foto: dpa)

Keine Lebensmittel, mehr Fremdfirmen: Neuer Eigner schmiedet Pläne für Kaufhof

Der künftige Kaufhof-Eigner plant laut einem Bericht umfassende Reformen. So sollen etwa Lebensmittelabteilungen geschlossen und große Flächen an Fremdfirmen vermietet werden. Entlassungen seien aber vorerst ausgeschlossen, verspricht die Hudson's Bay Company.

Der künftige Besitzer der Kaufhof-Warenhäuser, das kanadische Handelsunternehmen Hudson's Bay, will einem Bericht des "Manager Magazins" zufolge Lebensmittelabteilungen schließen und "massiv" Verkaufsflächen an Fremdfirmen untervermieten. Der langjährige Chef der Kaufhauskette, Lovro Mandac, müsse auf Druck der Kanadier noch vor Ende September gehen, berichtet das Magazin.

Hudson's Bay verpflichtete sich in den Kaufverhandlungen zu einer Vertragsstrafe von fünf Millionen Euro für den Fall einer Warenhausschließung. Entlassungen ohne die Aufgabe von Standorten, die eine von Hudson's Bay unterzeichnete Sozialcharta ebenfalls für die nächsten drei Jahre untersagt, seien aber nicht mit einer Strafe belegt, schreibt das "Manager Magazin".

Für die mit dem Deal übernommenen Kaufhof-Immobilien werde Hudson's die Mieten vom 1. Oktober an "drastisch" erhöhen, hieß es in dem Bericht weiter. Zusätzlich müsse die Mieterin Galeria Kaufhof künftig für Instandhaltung und Versicherung der Gebäude aufkommen. Der jährliche Mehraufwand betrage insgesamt 48 Millionen Euro. Das sei rund die Hälfte des bisher für das Geschäftsjahr 2015/2016 geplanten Vorsteuergewinns.

Ein Sprecher von Hudson's Bay betonte allerdings, dass das Unternehmen zu allen seinen Verpflichtungen stehe: "Wir werden die im Rahmen des Kaufvertrags vereinbarte Sozialcharta vollständig erfüllen." Hudson's Bay sei "von der Zukunftsfähigkeit des Kaufhaus-Formates zutiefst überzeugt". Nach Vollzug der Transaktion beabsichtige der Konzern daher, pro Jahr "signifikant mehr in Kaufhof zu investieren als das Unternehmen in der Vergangenheit erhalten hat".

Der Mutterkonzern Metro hatte Mitte Juni den Verkauf von Kaufhof an Hudson's Bay für 2,825 Milliarden Euro bekanntgegeben. Das Geschäft ist allerdings noch nicht vollzogen. Das kanadische Unternehmen erwarb 103 Galeria-Kaufhof-Filialen inklusive der Immobilien von 59 Standorten, 16 Sportarena-Filialen und 16 Warenhäuser von Galeria Inno in Belgien sowie mehrere Logistikzentren, Lager und "sonstige Immobilien". Der neue Eigentümer versprach, die Kaufhäuser sollten kundenorientierter werden.

Quelle: n-tv.de

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