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Skateboarder und Street-Art-Star Danny Minnick reitet seine Erfolgswelle

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Danny Minnick war eigentlich Skateboarder, wurde dann aber zum gefeierten Shootingstar der Kunstszene.

(Foto: Nobody Photography)

Danny Minnick macht in den 90er-Jahren als Skateboarder Karriere, doch eine Verletzung an der Achillessehne bremst ihn aus. Statt zu verzweifeln, kanalisiert er seine Kreativität in eine neue Laufbahn als Maler. Heute ist er ein gefragter Shooting-Star.

Rohe Formen und explosive Farben, stilisierte Figuren, Fragmente und Splitter. Danny Minnick hat in seiner künstlerischen Praxis eine sehr persönliche Interpretation des Abstrakten Expressionismus gefunden und sich damit rasch einen Namen gemacht. Ob in New York, Los Angeles oder London, bei Ausstellungen sind seine imposanten und knalligen Bilder binnen kurzer Zeit verkauft. Viele Hollywoodstars, Sportler und weltbekannte Musiker schätzen die Arbeiten des amerikanischen Künstlers. Unter anderem Jessica Alba, Cindy Crawford und Robert Downey Jr. gehören zu seinen treuen Sammlern. Aber auch die Wände zahlreicher Metropolen sind durch seine künstlerische Handschrift geprägt, vom Wynwood District in Miami bis zur Londoner U-Bahn-Station am Barbican. Dabei ist die Malerei nicht seine erste kreative Liebe.

Geboren wird Danny Minnick in Seattle im US-Bundesstaat Washington. Schon früh entwickelt er unterschiedliche Interessen, die alle durch einen tiefen Wunsch nach kreativem Ausdruck geprägt sind. Anfang der 1990er Jahre macht er sich auf den Weg an die Ostküste um seinen Traum zu verfolgen, professionell Skateboard zu fahren. Sein sportliches Talent spricht sich schnell herum, er ist in der Branche rasch bekannt und respektiert. Das Skateboard nutzt er als Mittel des kreativen Ausdrucks, aber auch das Umfeld, die Szenen und Subkulturen in der Welt der professionellen Skateboarder, inspirieren ihn. Also beginnt er, neben dem aktiven Sport, als Regisseur und Kameramann Dokumentationen und Filme über die Skateboard-Welt zu drehen. Seine Produktionen laufen in unterschiedlichen Kinos, er arbeitet mit wichtigen Produktionsfirmen aus der Szene zusammen. Gleichzeitig entwickelt er ein Interesse an der Schauspielerei und beginnt ein Studium am renommierten The Actor Studio. Filmprojekte und Gastrollen folgen.

Kunst gegen Hunde-Sitting

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"Diego Rivera Waiting For The Bus" von Danny-Minnick.

(Foto: Danny Minnick)

Bei einer Videospielproduktion 2010, bei der als Stunt-Double für den Skateboard-Star Shaun White agiert, verletzt sich Danny Minnick schwer an seiner Achillessehne, vorerst kann er nicht mehr fahren. Während der Genesungsphase verbringt er viel Zeit mit seinem Skateboardkollegen Chad Muska, der ein Interesse für zeitgenössischer Kunst hat und ihn ermutigt. Minnick darf mietfrei in Muskas Atelier in Los Angeles bleiben, solange er sich um dessen Hunde kümmert und etwas Zeit in die Kunst steckt.

Aufgrund der Verletzung nicht sehr mobil, richtet Minnick seine Energie und Kreativität auf ein für ihn neues Medium, die Malerei. Es entstehen die ersten Bilder, Minnick findet Gefallen an der ruhigen und gelassenen Arbeit im Studio. In seinen Werken setzt er Referenzen zur urbanen Kultur der zeitgenössischen Kunst des letzten halben Jahrhunderts, zu Graffitti und zur Street-Art, in pulsierenden Kompositionen verbindet er abstrakte und symbolische Elemente. Verwurzelt in der Skate-Kultur transferiert er Codes und Inhalte, ohne jedoch an Authentizität zu verlieren. Sein gestischer Stil, der Elemente der Pop-Art und des Graffiti gleichermaßen vereint, erinnert an Basquiat und Keith Haring, Künstler, die in den 1980er Jahren wilde und ungezügelte Kunst von der Straße in die Galerien brachten. Seine scheinbar schnell angelegten Farb- und Formschichten wirken roh und viril, er entwickelt eine ganz individuelle Bildsprache.

Le Bron James und Jessica Alba sind Fans

Durch eine eher zufällige Begegnung mit einem Galeristen hat Danny Minnick bereits 2011 seine erste Einzelausstellung in einer Galerie in Los Angeles. Sie wird zu seinem Durchbruch. Weitere Ausstellungen folgen bald, rasch entwickelt er sich zu einem gefeierten Shooting-Star. Prominente Sammler unterstützen ihn, die Kunstwelt zeigt Interesse. Minnicks Werk ist in den Sammlungen von Prominenten wie dem Basketballstar LeBron James, den US-amerikanischen Filmemachern Nick Cassavetes und Gus Van Sant, den Musikern Fred Durst und Jamie Hince sowie den Schauspielerinnen Mena Suvari und Jessica Alba vertreten.

Leidenschaft, Energie und Dynamik kennzeichnen Danny Minnicks Arbeiten, es sind neoexpressionistische Visionen aus seinen vielseitigen Karrieren als Profi-Skater, Schauspieler und Filmemacher. Sein Werk spiegelt klar Einflüsse von unterschiedlichen Protagonisten der zeitgenössischen Kunst wider. Dazu gehören Willem de Koonings mutige, expressive Pinselstriche, Jackson Pollock charakteristisches Action-Painting und die ausdrucksstarken Grafiken von Raymond Pettibon. Dennoch stehen die Arbeiten des facettenreichen Künstlers Danny Minnick für sich selbst und seine künstlerische Herangehensweise. In einem Artist Statement beschreibt er seine Motivation: "Metaphorisch gesehen geht es in Wirklichkeit darum, Wahrheit und Ehrlichkeit mit sich selbst zu finden."

Die n-tv Inside Art - Doku "Danny Minnick - Vom Skateboardstunt zum Streetartstar" mit Wolfram Kons und andere Beiträge aus der Reihe finden Sie hier.

Quelle: ntv.de

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