Zukunftsmacher

Eigene Identität im Internet Unterwegs als Avatar

Im Oktober trafen sich Entwickler, Designer und IT-Entscheider in Berlin: Die dreitägige Web-Konferenz X-topia versprach einen Blick auf die zukünftigen Trends im Internet.

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"Neue Web-Trends gibt es im Zusammenhang mit Community, Werbung und vor allem der User-Experience, also dem Erlebnis von Kunden“ fasst Said Zahedani, Direktor der Developer Platform and Strategy Group Microsoft Deutschland die derzeitige Entwicklung zusammen.

 

Da war die Einladung für die Firma Zweitgeist aus Hamburg nur folgerichtig. Denn ihre Social Software Weblin gilt derzeit als Shooting Star unter den Geschäftsmodellen im Web 2.0. Sie bietet Internetnutzern mit Hilfe einer Gratissoftware die Möglichkeit, im Web eine Identität zu bekommen. Dazu wählt man sich einen Avatar aus, wie sie auch virtuelle Welten wie Second Life nutzen. Der Besucher im Internet wird durch diese Animationsfigur für andere sichtbar und hat so die Möglichkeit, User mit ähnlichen Interessen kennen zu lernen.

 

Eine Identität für den User

 

"Unser Softwareprogramm wird sehr gut angenommen, weil das Internet dadurch nun belebt ist", erklärt Christine Stumpf, Mitgründerin der Zweitgeist GmbH, den Erfolg. "Bisher ist man allein durchs Internet gesurft und hat auch sich selbst nicht gesehen. Wir geben den Menschen nun ein Gesicht, und wir zeigen auch die anderen, die da sind."

 

Weblin lässt überall im Internet Menschen miteinander in Kontakt treten und schafft dadurch viele neue Anwendungsfelder. Carsten Rudolph, Microsoft-Projektleiter der High-Tech-Gründerinitiative "unternimm was“, sieht hier sehr viel Potential für Werbemaßnahmen: "Der große Vorteil von Weblin ist, dass das Programm offen ist und die User länger beim Surfen begleitet begleitet."

 

Zu wenig Frauen an der High-Tech-Spitze

 

Frauen wie Christine Stumpf haben in der High-Tech-Welt in Deutschland immer noch einen Exotenstatus. Aber das ist für die Geschäftsgründerin keine neue Erfahrung: "Ich bin es gewohnt, etwa bei Konferenzen mit vielen Männern zusammen zu arbeiten", sagt sie. "Ich habe Wirtschaftsmathematik an der Uni Karlsruhe studiert, der Frauenanteil dort beträgt 17%. Ich kenne das Gefühl.“

 

Je erfolgreicher die Idee von Weblin nun wird, umso mehr könnte auch das Beispiel von Gründerin Christine Stumpf Schule machen, hofft sie. Denn sie findet: "Wir haben in Deutschland in der Politik, im Management und im High-Tech-Bereich zu wenig Frauen an der Spitze, das ist im europäischen Ausland anders. Wir haben in der Politik mit der Bundeskanzlerin jetzt ein schönes Vorbild, und das würde ich mir auch für andere Felder mehr wünschen.“

 

Bei Weblin dagegen können sich die Internetuser über zu wenige Vorbilder nicht beklagen.

Quelle: n-tv.de